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MYOG Teelichtbrenner für filigrane Bastler


Dieser Teelichtkocher nach dem Trangia-Prinzip erfordert durch das empfindlich dünne Aluminium etwas Fingerspitzengefühl beim Bau, ist aber sonst ganz leicht herzustellen.

Benötigte Materialien sind: 3 Teelichter (nur Hüllen); Messer; Stechwerkzeug (Nagel/Heftzwecke) und evtl. eine Fläschchen zum Weiten.
Die Kerzeneinsätze werden nicht benötigt und können in einem Glas oder ausgebranntem Teelicht abgebrannt werden.

Zunächst sollte das spätere Oberteil geweitet werden, damit es sich nachher leichter über das Teelichtunterteil stülpen lässt. Entweder benutzt man dazu ein Fläschchen mit entsprechendem Durchmesser oder ein anderes Teelicht (dann noch mit Kerzeneinsatz). Dabei sollte äußerst vorsichtig gearbeitet werden, damit das dünne Metall nicht einreißt. Das Dehnen der ersten oberen Millimeter genügt dabei meistens schon.

Aus einer weiteren Teelichthülle wird dann der Boden entfernt, so dass nur noch der Rand stehen bleibt. Dieser wird aufgeschnitten und der entstandene Streifen so zusammengerollt, dass ein Ring mit etwa 1,5cm Ø entsteht. Damit er sich nicht wieder aufrollt wird er durch eine hochzuklappende Lasche fixiert, die durch zwei wenige Millimeter voneinander entfernte Einschnitte entsteht. Diese Einschnitte sollten an 2-3 Stellen angebracht werden, neben der Fixierung dienen sie auch dem Brennstoffdurchlass in die äußere Brennkammer.

Der nun fertige Ring wird mittig in das bisher noch unbearbeitete Teelicht gelegt. Darüber wird dann vorsichtig das vorher geweitete Oberteil gestülpt. Vorher sollte aber in dieses noch mittig ein Kreuz mit Balkenlängen von nicht mehr als 1,5cm eingeschnitten werden. Einerseits dient das dem leichteren Zusammenschieben (Luftdruck) und andererseits verhindern die dadurch entstandenen (nach innen geklappten) Ecken ein verrutschen des inneren Rings.
Das Zusammenstecken ist nicht immer ganz einfach, sollte aber bei ausreichender Weitung möglich sein..


Jetzt müssen nur noch einige Löcher am äußeren Rand mit einer Heftzwecke o.ä.eingestochen werden (hier sind es 8) und fertig ist der ultraleichte Teelichtkocher.
Bei ausreichender Hitze vergast der Spiritus in der äußeren Kammer und es bilden sich kleine blaue "Jet" Flammen aus den Löchern. Für schnellere Vergasung empfiehlt es sich den befüllten Brenner kurz mit einem Feuerzeug vorzuwärmen oder eine primer pan (z.B. Kochplattform) zu benutzen.
Der fertige Kocher verbraucht etwa 1ml Spiritus pro Minute. Bei einem Tankinhalt von ca. 10ml hat er entsprechend eine max. Brennzeit von 10min.

Natürlich ist so ein Teelichtbrenner schon durch den geringen Tankinhalt (etwa 10ml max.) in seinem Anwendungsbereich begrenzt, hat durch sein unschlagbares Gewicht von nur etwa 1g! als Not-, Warmhalte- oder Ausflugskocher aber seine volle Daseinsberechtigung. Becherzubereitung einer 5-Minuten-Terrine, Instant Kaffee etc. sind kein Problem. Zusammen mit Kochplattform (Format: Tomatenmark) und Alufolien Windschutz liegt das Gewicht gerade einmal bei ca. 15g.
Wer keine Lust auf den Bau oder einfach kein ruhiges Händchen hat, kann natürlich auch einfach ein "nacktes" Teelicht mit etwas Glasfaser füllen. Die Heizleistung ist auch hier schon ganz gut, allerdings fehlt bei dieser Variante der Spaß am Tüfteln und sie ist noch empfindlicher gegen mechanische Einwirkung.

Mit XXL Teelichtern lässt sich eine etwas leistungsstärkere bzw. ausdauerndere Variante herstellen.
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5 Kommentare:

  1. Der Brenner ist auf jeden Fall sehr cool. Genau was ich gesucht habe.
    Sehen die Flammen dann so aus wie die eines Gasherdes? Die Flammen meiner Variante sind nämlich zum Großteil nicht blau sondern gelb? Hab ich also etwas falsch gemacht und man kann eine bessere Variante bauen? Wenn es möglich wäre könntest du vielleicht ein Video in Youtube stellen, indem man sieht wie er verwendet wird, damit ich vergleichen kann ob ich den Brenner richtig gebaut habe. Ich freu mich auf jede Art von Rückmeldung.

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  2. Teelichtbrenner sind wirklich nur nen Kompromiss, kleine Abweichungen beim Bau oder Material können die Effizienz da schon wesentlich beeinflussen.
    Das ist ja auch bei den großen Dosenbrennern so, nicht umsonst gibt es zig Modelle und Streit um die milimetergenaue Anordnung der Jet Holes...

    Bei Odoo wurde auch schon fleißig über Teelicht Brenner diskutiert: http://forum.odoo.tv/showthread.php?t=1001
    Vielleicht hilft dir das auch schon etwas weiter.
    Probieren geht hier über studieren ;-)

    Werde evtl. morgen mal versuchen nen kleines Video zu machen.

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  3. Hi danke für die Super Seite. Hab ein paar Fragen:

    1.Wie lange hält so ein Teelicht-Kocher / Dosenkocher: 1x - 10x - 30x? Hast du da Erfahrungswerte?

    2. Der Windschutz aus dem Youtube "ultraleichte Mini Kaffee Küche" video, worraus hast du den gebaut? Brauch nämlich eine solche Kaffeküche für meine Radtour.

    3. Meld dich doch bei Flatr an. Würd dich gerne flatrn, du hast es nämlich verdient. :-)

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  4. Hallo Corul,

    sorry für die etwas verspätete Antwort, die Outdoor Messe in Friedrichshafen hat mich leider ein bisschen aufgehalten.

    Halten tut so ein Kocher eigentlich so lange bis man versehentlich drauf tritt etc. - mehrere Dutzend Kochvorgänge sind schon drin. Ich empfehle allerdings generell eher was in Richtung wie den "Cat Stove" (siehe Download Bereich) aber aus ner abgeschnittenen Deodose. Das ist deutlich stabiler und längere Kochzeiten sind ebenfalls möglich.

    Der Windschutz ist nen Stück dünnes Alublech von Ebay. Je nach Stärke kann man das noch ganz gut mit ner stabilen Schere und nem Locher bearbeiten.

    Ich hoffe das hilft schon mal weiter!?

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