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Erste Eindrücke in der Blogosphäre
Viele sind schon länger gespannt auf die ultraleichte aufblasbare Isomatte NeoAir von Therm-a-Rest, die im vergangenen Jahr mit dem Outdoor Industry Award in Gold ausgezeichnet wurde und vor allem ultraleicht Enthusiasten aufhorchen ließ.
Obwohl sich das reguläre Erscheinen der NeoAir in Deutschland auf Mitte Mai verschoben hat, haben es einige Exemplare der ultraleichten Liegematte dennoch schon nach Deutschland geschafft und es finden sich auch schon die ersten Erfahrungsberichte ein. So z.B. im Schneiderwelt Outdoor Blog oder bei trailblaze wo vor kurzem auch schon über die neue Version der Therm-a-Rest ProLite berichtet und mit der BMW Tosolite verglichen wurde. Bei Lighthiker [en] gibts zudem neben den ersten Erfahrungen ein schönes NeoAir "first look unboxing" Video.

Daten
Die NeoAir enthält im Gegensatz zu konventionellen Trekkingluftmatratzen im Inneren keinen festen Schaumkern, sondern eine wärmereflektierende Folie, die einen 3 Jahreszeiten tauglichen R-Wert von 2,5 möglich macht. Die Matte bläst sich zwar nicht von selber auf , lässt sich dafür aber auf ein winziges Packmaß (28 x 9 cm) komprimieren und wiegt in der Größe S (119cm Länge) gerade einmal ca. 250g. Eine weitere Besonderheit der NeoAir ist die Dicke von etwa 6 cm, was recht hohe Bequemlichkeit erwarten lässt. Außerdem weist die NeoAir eine Beschichtung auf, die versehentliches verrutschen verhindert.

Kritik
Kritisiert wurde von den ersten Testern der NeoAir ein "Knisteregeräusch" (hört man auch eingeschränkt in den Videos), was wohl dem dünnen Nylonmaterial und der Reflexfolie geschuldet ist. Im Outdoorblog zieht man gar einen Vergleich mit einem Müllsack heran (Materialgefühl, Rascheln und Materialdicke), eigentlich niederschmetternd für eine etwa 120€ teure Luftmatratze, aber wohl der Tribut für Leichtgewicht.
Allerdings erwartet man von einer solchen Leichtmatratze auch keinen allzu hohen Kuschelfaktor, schließlich liegt man ja noch im flauschigen Schlafsack. Ob die Geräusche der NeoAir wirklich stören, liegt außerdem wohl am individuellen Empfinden, andere Matten verhalten sich ja auch nicht geräuschlos.

Jedenfalls glänzt die NeoAir neben den weiter oben genannten Vorteilen mit guter Verarbeitungsqualität und wirklicher Innovation, bildet sie doch eine ganz neue Klasse an Trekkingluftmatratzen.

Schade ist, dass in diesem gehobenen Preissegment ein Reparaturset nicht zum Lieferumfang der NeoAir gehört. Entweder ist die Matte also so stabil, dass sie sowas gar nicht nötig hat oder so anfällig, dass der Hersteller sich einen lohnenden Zugewinn erhofft, schließlich schlägt ein "Fast&Light Repair Kit" mit ca.10€ zu Buche. Eine eventuelle Reparatur ist damit immerhin recht einfach und laut Hersteller innerhalb von 2 Minuten erledigt. Auch wenn das verwendete Material in Relation zur Dicke das bestmögliche an Widerstandsfähigkeit bietet, sollte man Vorsicht beim Umgang mit der NeoAir walten lassen. Allerdings gilt dies grundsätzlich ja für alle aufblasbaren Isomatten.

persönliches Fazit
Ob sich der Kauf der NeoAir nun lohnt muss jeder für sich entscheiden, jedenfalls wird das Marktsegment um eine neue interessante Alternative bereichert. Wie sich die Matte im echten Outdooralltag schlägt wird sich zudem erst noch in der laufenden Outdoorsaison zeigen.
Wer bisher mit einer unkomplizierten und günstigen EVA ausgekommen ist wird wahrscheinlich dabei bleiben, wer das stolze Gramm/Euro Verhältnis scheut wird sich wohl auch keine NeoAir zulegen. Der Gewichtsvorteil ist schließlich nur eines von mehreren Kaufkriterien.
Ich persönlich werde mir zunächst nochmal die Therm A Rest ProLite XS (91 cm Länge bei etwa 230g) anschauen oder an die harte Artiach Light plus gewöhnen müssen.

Links:
Edit: im Schneiderwelt OutdoorBlog gibt inzwischen weitere Bilder und Erfahrungen zur NeoAir auf BrettonStuff und blogpackinglight findet man ebenfalls erste Berichte [en].

1 Kommentare:

  1. Ich habe mir eine solche Matratze gekauft und nun schon einige Male getestet.
    Vorteile:
    Super Packmaß, sehr bequem und leicht.
    Dardurch, daß man den Härtegrand auch noch einstellen kann, schläft man wie im Bett und von unten kommt keinerlei Kälte an den Körper. Teilweise war es mir in Räumen dardurch zu warm, im Freien jedoch immer angenehm.
    Man rutscht überhaupt nicht auf der Matratze. Das von manchen Nutzen beschriebene Knistern hat mich bisher nicht gestört, einmal allerdings meinen Zeltnachbarn. Gewöhnungbedürftig ist, zuindest für mich, das Umdrehen auf der Matratze. Durch ihre Beschichtung scheint es schwerer zu sein, als auf anderen Isomatten- weiß nicht genau, wie ich dieses Gefühl beschreiben soll.
    Einige Nachteile für mich persönlich möchte ich allerdings auch nicht verschweigen.
    Das Material ist sehr dünn. Da ich sehr gerne spontan irgendwo übernachte (Ställe, Garagen oder Schutzhütten) und nicht immer ein Zelt dabei habe, kann ich diese Matratze leider gerade dann nur mitnehmen, wenn ich eine zusätzliche Unterlage mitnehme- diese ist dann wieder Mehrgewicht, welches man ja eigendlich durch den Kauf einer leichten Matte sparen möchte.
    Das Aufblasen ist, gerade bei langen mehrtägigen Tagestouren nervig wenn man immer wo anders schläft, läßt sich aber bewerkstelligen, das zusammenrollen dauert auch relativ lange und nervt mich persönlich.
    Sich mal schnell, mit der Matte als Unterlage auf eine Wiese zu setzten, auch davor hätte ich aufgrund des dünnen Materieal Angst und in der Gebrauchsanweisung wird auch davon abgeraten- nur halt mit zusätzlicher Unterlage.
    Fazit:
    Tolle, sehr bequeme Matratze, wenn man mal bei Freunden übernachten oder Zelturlaub machen möchte. Für Spontanübernachtungen im Freien ohne zusätzliche Unterlage, nicht geeignet, dafür muß ich mir wohl oder Übel noch eine zweite Matratze zulegen.

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