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Leichte Ausrüstung für umweltbewusste Frauen in der Stadt?
So jedenfalls könnte man es auch verstehen wenn man die aufgeworfenen Trends der gestern gestarteten Outdoor Messe 2009 in Friedrichshafen betrachtet:
  • leichtere Ausrüstung
  • Ausrüstung speziell für Frauen
  • Umweltbewusstsein
  • und Outdoor Ausrüstung für urbane Stilikonen
sind wohl die eindeutigen Trends der Messe.
Wer glaubt, nur harte Männer auf noch härteren Expeditionen, fernab der Stadt und mit tonnen schweren Rucksäcken, entsprechen dem Bild der heutigen Outdoor Industrie, muss sich von diesem nun endgültig verabschieden.

[Quelle: Outdoor Magazin]

Überraschen tut dies alles aber nicht wirklich...

» leichte Ausrüstung
Dass Ultraleicht Trekking schon längst keine Nischenbewegung mehr ist zeigt sich vor allem in der großen Anhängerschaft im außereuropäischen Ausland. Aber auch hier wird "ultraleicht" immmer mehr zum geflügelten Wort in immer mehr Outdoor Zeitschriften, Foren und Blogs, so dass das ganze fast schon inflationäre Züge annimmt...

Eigentlich ist Leichtausrüstung ja selbstverständlich, wurde doch seit Jahrzenten die Outdoorausrüstung durch modernere Materialien stetig belastbarer und damit leichter. Bis vor einiger Zeit kam nur niemand auf die Idee diese Selbstverständlichkeit als Trend zu bezeichnen. Ganz im Gegenteil - wer diese Selbstverständlichkeit zu ernst nahm wurde belächelt und endete oftmals zwangsläufig an der heimischen Nähmaschine.
Dieser Gegenwind zu leichterer Ausrüstung wurde nicht zuletzt von der Outdoor Industrie selbst erzeugt, die eigentlich schon gute (und grundsätzlich leichte) Ausrüstung mit immer mehr (überflüssigen) Komfortdetails versah und Campingutensilien erschuf die wohl noch vor einigen Jahren niemand mit auf seine Rucksack Tour genommen hätte ( ich sage nur Outdoor Espressomaschine oder Camping Toaster...).

Natürlich habe ich auch ein wenig Verständnis für berechtigte Kritik von ultraleicht Skeptikern - wenn ihnen ein aufgeschnitterter Müllsack als neue Regenjacke für die 3 Monats Expedition vorgestellt wird. Das ist wohl wirklich Wahnsinn und nicht Ultraleicht.
Gerade hier liegt jedoch das häufigste Missverständnis zwischen konventionellen Rucksackreisenden und Leichtwanderanhängern. Genausowenig wie nicht jeder Wanderer seinen halben Hausstand in den Rucksack packt um für alles Erdenkliche gerüstet zu sein will nicht jeder Leichtwanderer mit aller Gewalt unter die 2,5 Kilo Marke kommen und das Risiko von Erfrierungen etc. in Kauf nehmen. Vielmehr geht es darum die Ausrüstung an die Tour anzupassen und dabei einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Gewicht zu finden. Bei welchem Rucksackgewicht das optimale Verhältnis erreicht ist, liegt an der der Tour und Persönlichkeit des Trägers. Beide Seiten verfolgen aber wohl das gleiche Ziel. Das einige wenige in Extreme abweichen tritt auch in anderen Bereichen auf und macht die Sache nicht im Grundsatz schlecht.

Was ultraleicht oder evtl. doch nur leicht ist wird sowieso ganz unterschiedlich definiert und was gestern noch belächelte Gewichts Extremisten waren sind heute schon die Trendsetter von morgen.
Ich bin jetzt schon gespannt wie viele auf den nun angesagten Leichtegewichts Boom aufspringen werden, freue mich aber für jeden der diese Selbstverständlichkeit erkennt.

Als Ausrüstungsliebhaber war ich persönlich schon immer an moderner Ausrüstung und dem technisch machbaren interessiert, was sich zwangsläufig auch auf das Interesse an niedrigem Gewicht auswirkte. Und was auch immer die Kritiker sagen, mit weniger Kilos auf dem Rücken wandert es sich nunmal einfach angenehmer und das kann keiner abstreiten ;-)
Deshalb freue ich mich zunächst einmal auf viele neue leichte Ausrüstungsgegenstände und das die Auswahl damit für bekennende Leichtwanderer endlich größer wird.

Wie sich das Ganze weiter entwickelt wird sich dann zeigen...die Zeiten von Bundeswehrbesteck und Co. sind jedenfalls hoffentlich endgültig vorbei.

Da ich jetzt so viel zum Leichtgewichtstrend geschrieben habe werde ich mich bei den anderen Punkten kurz fassen:

» Frauen in der Outdoorwelt
Männer und Frauen sind also doch nicht so gleich wie das sonst häufig gefordert wird ;-).
Positiv, dass man auf Frauenwelt nun auch im Outdoorbereich mehr eingeht; dieser Schritt ist ja auch in anderen Bereichen schon lange überfällig. Warum auch unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen von Frauen ignorieren, wenn sie defintiv vorhanden sind. Ich hoffe nur, dass sich das dann nicht nur ausschließlich in verschieden Farbgebungen widerspiegelt, sondern dabei wirklich sinnvolle Produkte/Produktanpassungen entstehen.
Natürlich ist das auch eine Konsequenz aus dem wachsenden Frauenanteil in der Outdoorwelt, zumal dieser Bereich auch aus kommerziellen Gesichtspunkten sicherlich sehr lukerativ ist, gerade auch in Verbindung mit dem gleichzeitig aufkommenden urbanen Outdoor Modetrend.

Übrigens: Speziell an die weibliche Anantomie angepasste Rucksäcke fand ich erstaunlicherweise auch selbst ganz gut zu tragen, vielleicht sind die Unterschiede doch nicht so groß... :-)

» Umweltbewusstsein und Modetrends
Seit Tatzenträger die Büros unsicher machen ist Outdoor und Mode sicher schon lange kein Gegensatz mehr - selbstverständlich, dass das modische Ende noch nicht erreicht ist.

Ökologie und Umweltbewusstsein - im Gegensatz zum Leichtwandern nicht mehr nur Trend, sondern schon längst etabliert und allgegenwärtig. Nach Green-IT und Bio Boom doch selbstverständlich, dass gerade eine so naturnahe Branche wie die Outdoor Industrie dort nicht nachstehen kann. Das in dieser Diskussion natürlich "Sprengstoff" für endlose Diskussionen steckt ist jedem klar...
Hoffen wir, dass es sich dabei wirklich nicht nur um einen modischen Trend handelt, sondern Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein noch vielen Generationen das Abenteuer in der freien Natur ermöglicht.

1 Kommentare:

  1. Schön geschrieben! Ich selbst habe einige Frauen Modelle im Kleiderschrank hängen (Jacken) da diese einfach besser sitzen wie die weit geschnittenen Männer Modelle - bin etwas schmaler.

    Was das Umweltbewusstsein angeht, so finde ich kann die Outdoor Branche noch viel, viel lernen - Sie steht mMn weit hinten an, mit einigen Ausnahmen. Aber da bin ich vll ein wenig eingenommen, da ich in der Umweltbranche arbeite.

    Das UL nun ganz langsam Mainstream wird ist gut für die Menschen, aber bis der letzte kapiert das es gesünder ist weniger kg auf dem Buckel zu haben wird wohl noch einige Zeit vergehen. Gut für uns "Trendsetter" =)

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