» Eindrücke Y-KonstruktionDas Ocun Via Ferrata Klettersteigset entspricht den

Anforderungen eines
modernen Klettersteigsets. Die
Y-Konstruktion ermöglicht einen
redundante Sicherung, da - außer beim Umhängen - immer
beide Karabiner zusammen im Stahlseil des Klettersteigs
eingehängt bleiben.
Leichte BefestigungDurch eine fest am Klettersteigset
angenähte Bandschlinge kann dieses sehr einfach mittels
Ankerstich mit dem Klettergurt verbunden werden.
Flexible SchenkelDie beiden
fest und sehr sauber mit Bremsseil und Karabinern
vernähten Schenkel aus Gurtmaterial haben einen
dehnbaren Kern und ermöglichen dadurch eine
körpernahe Führung der Karabiner bei gleichzeitig guter
Bewegungsfreiheit (Dehnung der Schenkel bis zu 20 cm).
Eine separate Befestigungsöse am Karabiner und die spezielle dehnbare Konstruktion des Gurtbandes
verhindern ein Verdrehen und Verheddern der Schenkel relativ zuverlässig.
Karabiner (attac K-Lock Handballensicherung)
Die
Bruchlastwerte der beiden sich
farblich (grau und gelb)
unterscheidenden Karabiner des Ocun Via Ferrata Klettersteigsets liegen im geschlossenen Zustand in
Längsrichtung bei 30 KN und in
Querrichtung bei 10 KN und entsprechen damit natürlich auch der
Norm CE EN 12275. Als
Verschlusssystem der etwa
130g schweren Karabiner dient eine leicht zu bedienende
attac Handballenverriegelung, die
automatisch verriegelt und auch über einen längeren Zeitraum mit vielen ein und Aushängvorgängen am Klettersteig
relativ bequem und ermüdungsfrei wieder entriegelt werden kann.
Bremssystem / Fangstoßdämpfer
Als Bremssystem dient eine recht
leichte Lochplatte mit eingefädeltem
Bremsseil. Bei einem Sturz windet sich das Seil durch Platte und
federt aufgrund der dabei entstehenden
Reibungsenergie den
Sturz ab.
Das Bremsseil selbst kann mit einem
kleinen Karabiner an dessen Ende in eine Materialschlaufe des Klettergurtes eingehangen werden, durch eine
Klettschlaufe kann das Seil zusätzlich fixiert werden.
Keinesfalls sollte man jedoch das Bremsseil anderweitig verknoten oder befestigen, die Bremswirkung geht sonst eventuell verloren.
Auch wenn das Bremsseil nach einem Sturz wieder in die Ausgangsposition geschoben werden kann, ist davon
abzuraten das Klettersteigset weiter zu benutzen. Beschädigungen des Materials sind oftmals äußerlich mit bloßem Auge gar nicht zu erkennen.
Am Befestigungspunkt zu den Y-förmig verlaufen Schenkeln ist das Bremsseil zum
Schutz der Nähte mit
Schrumpfschlauch überzogen.
Ocun Klettersteigset Karabiner am Stahlseil - einfaches Ein- und Aushängen
» KritikBandfalldämpfer vs. SeilbremseIn schwierigen Klettersteig Passagen kann das lose
Bremsseil manchmal hinderlich sein, es besteht immer die Gefahr irgendwo
hängen zu bleiben, viele stört auch einfach das
zusätzliche Gebaumel zu dem ohnehin schon meist ausreichend vorhandenen Schnallen, Schnüren und Schlingen an der restlichen Ausrüstung.
Eine
Alternative sind Klettersteigsets mit so genannten
Bandfalldämpfern, anstelle eines Bremsseils wird hier
speziell vernähtes Gurtmaterial in das Set integriert, welches im Falle eines Sturzes
an bestimmten Stellen aufreißt und dadurch den Fall
abbremmst. Vorteil eines Bandfalldämpfers ist vor allem die
kompakte Konstruktion ohne störendes Bremsseil. Außerdem besteht keine
Beeinträchtigung der Bremswirkung durch
Feuchtigkeit, die aber auch bei Systemen mit Seilbremse nur minimal sein sollte.
Kritiker des Bandfalldämpfers sprechen der
Seilbremse dagegen ein besseres Sicherheitsgefühl zu,
psychisch bedingt ist das Vertrauen in ein Seil und einen deutlich sichtbaren Mechanismus wohl einfach größer. Außerdem kann nach einem Sturz die Seilbremse
zumindest vorübergehend wieder Funktionstüchtig gemacht werden, um den Klettersteig weitgehend gesichert zu verlassen; der
Bandfalldämpfer ist nach einem Sturz dagegen meist völlig
funktionslos.
Wie oben bereits geschrieben ist der Austausch des Klettersteigsets nach einem Sturz auf jeden Fall sinnvoll. Bei einem System mit Bandfalldämpfer kommt man auch gar nicht auf die Idee das Klettersteigset weiter zu verwenden. Gerade wer Ausrüstung auch mal verleiht sieht so auf den Ersten Blick ob ein schwererer Sturz stattgefunden hat. Oft reißt der Bandfalldämpfer auch nicht komplett ein, so dass auch ein weiterer Absturz beim Verlassen des Klettersteiges gegebenenfalls noch hinreichend gebremst werden kann. Zudem ist eh fraglich, ob nach einem harten Sturz der Klettersteig eigenständig verlassen werden kann.Beide Systeme entsprechen auf jeden Fall den gängigen Normen und genügen den hohen Ansprüchen an
Sicherheit. Die Auswahl obliegt allein dem
persönlichen Geschmack.
» Klettersteig Zubehör Neben dem eigentlichen Klettersteigset ist natürlich zusätzlich noch ein
Klettergurt (Hüftgurt, bei schwerem Gepäck evtl. + Brustgurt) erforderlich. Sicherlich sinnvoll sind außerdem ein
Helm gegen herabfallendes Geröll und Steinschlag,
passendes Schuhwerk und zum Schutz vor defekten (ausgefransten) Stahlseilen etc. auch ein paar
Handschuhe.
» Fazit
Das
Ocun Via Ferrata Klettersteigset kommt zwar
ohne einzigartige Besonderheiten daher; aber warum auch experimentieren... - denn es
erfüllt zuverlässig alle Anforderungen an ein modernes Klettersteigset. Insbesondere durch die
komfortablen attac Karabiner lässt es sich sehr unkompliziert bedienen. Die
elastischen Schenkel ermöglichen ohne Verdrehen und Verheddern einen
großen Bewegungsspielraum. Einige andere Klettersteigsets verfügen zusätzlich noch über einen Wirbel gegen Verdrehen der Schenkel; vermisst habe ich einen solchen bisher jedoch nicht.
Ob nun
Bandfalldämpfer oder Seilbremse bevorzugt wird obliegt wie oben beschrieben dem
persönlichen Geschmack, beide Systeme funktionieren
einwandfrei. Auch wenn ich mich davon zum Glück noch nicht persönlich überzeugen musste...
Häntzschelstiege das nächste Mal dann mit Klettersteigset ;-)» Links