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Sender, Seilbahn Stresshormone…

Kletterpark Velbert LangenbergIm letzten Jahr hatte ich noch ganz überrascht über die Eröffnung des neuen Wald-Kletterparks in Velbert Langenberg berichtet und mir den Besuch für die nächste Kletterpark Saison fest vorgenommen. Da kam es natürlich sehr gelegen, dass das Team der Wald-Kletterparks „Wald Abenteuer“ kürzlich einige Blogger zum Testklettern einlud.
Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und machten am vergangenen Wochenende zusammen mit Rene und Robert vom
Outdoor Spirit Blog bei schönstem Wetter den Wald-Kletterpark in Velbert Langenberg unsicher.

Wie es uns dabei ergangen ist, was wir erlebt haben und ob wir noch mal wieder kommen würden erfahrt ihr aber diesmal nicht von mir, sondern aus der Sicht meiner weiblichen Begleitung, die sich - ganz wagemutig - mit mir in den Kletterpark getraut hat ;-)
C9H13NO3 „ist ein Stresshormon und schafft als solches die Voraussetzungen für die rasche Bereitstellung von Energiereserven, die in gefährlichen Situationen das Überleben sichern sollen (Kampf oder Flucht)."

[Wikipedia, Lemma Adrenalin]

Kampf und Flucht… so in etwa fühlt sich mein Körper heute an, einen Tag nach dem Testklettern im Waldabenteuer Kletterpark Velbert-Langenberg – für eine halbe Großstädterin wie mich war es Adrenalin pur und 100% Spaß!

Langenberg Sender"Langenberg Sender" - schöner Kletterturm Funkturm vorm Kletterpark - durfte man nur leider nicht rauf...

» 7% Adrenalin...

Kletterpark - richtig sichernZu viert machten wir uns zum Eingurten und zur Einweisung auf. Da das Klettern für mich ganz neu ist, war die Einführung zum richtigen Sichern sehr wichtig. Als einzige Frau in der Gruppe wagte ich mich dann auch mutig als erste vor. Leiter am Baum hoch, über ein Seil balancieren, kurz mal hängen lassen, ob auch alles passt und über eine kurze Seilbahn wieder zurück zu Mutter Erde. – Teststrecke gut abgeschlossen, aber es war ja wirklich nur die Aufwärmphase.

» 15% Adrenalin...

Der Wald-Kletterpark besteht aus 4 Adventures, wovon jedes noch aus mehreren Stationen in luftiger Höhe besteht und meist (zu meiner Freude) mit einer immer länger und schneller werdenden Seilbahn endet. Also auf zum ersten Adventure: sichern, hochklettern und auf ins Abenteuer.

» 28% Adrenalin...

Klettergurt und AusrüstungIch musste mich schon erst einmal daran gewöhnen, von Baum zu Baum zu kraxeln und mich der Sicherung des Klettergurtes anzuvertrauen. Auch war ich mir nicht sicher, ob ich mich trauen würde, alle Stationen mitzunehmen. Aber da ich wusste, dass es bei den besonders schwierigen Elementen auch immer einen Umgehungsweg gab, krabbelte, balancierte und hangelte ich mich voller Freude durch die ersten Stationen.

» 34% Adrenalin...

Das erste Highlight im Kletterpark war definitiv der kleine Tarzan-Sprung (und man wusste natürlich, dass es dann auch noch den großen geben würde… – welch Vorfreude!): an eine sichere Seilliane gekettet schwang ich mich mit Tarzangeschrei ins Nichts und landete wie ein Äffchen im gegenüberliegenden Netz – festhalten und hochziehen. Das Grinsen wollte nicht mehr aus meinem Gesicht weichen. Den anderen zuzuschauen, wie sie einfach ins Netz klatschten, war mindestens genauso amüsant, wie es selbst zu erleben. Nachdem dann der erste Tarzan-Sprung von allen gut und zum Teil sehr mutig überstanden war, wurde das Thema Affen und Bananen zum ‚running gag’ des gesamten Kletterpark Parcours.

Kletterpark Velbert LangenbergÜberkopf und durch die Luft im Kletterpark

» 49% Adrenalin...

Es war schon manch „gemeines“ Element im Kletterpark installiert, die Arme fingen langsam an weh zu tun – aber ich wollte ja unbedingt den schwierigeren Part laufen! Also mussten Hände und Füße in hängende Ringe schlüpfen und über wackelige Holzpaneele laufen bzw. straucheln. Das hat so viel Spaß gemacht, auch wenn ich zwischendurch dachte, dass meine Arme wirklich nicht viel Muskelkraft innehaben – doch die Sicherung des Gurtes gab mir ein solch großes Vertrauen in den Kletterpark, dass ich fast ein wenig übermütig wurde und danach gierte, die nächsten Stationen zu erreichen.

» 68% Adrenalin...

Kletterpark lange SeilbahnDas nächste Highlight lag ein paar Geschosse höher als der reguläre Kletterpark. Etwas mulmig war mir auch zumute, als es eben zwei weitere Etagen per Leiter am Baum hochging. Ich wusste, was kam: die große Seilbahn über die Grillwiese hinweg. Es war fast etwas romantisch, dort oben am Baum zu stehen. Die Sonne stand schon tief am Himmel. Die letzten Picknicker futterten ihre gegrillten Würstchen – und mein Herz schlug vor Aufregung ganz schnell. Weiter hinten, nach dem Ende der Wiese, sah ich eine Schneise im Wald – dies war also mein Weg. Nicht lange nachdenken, sondern einklinken, sichern und von der Baumplattform abstoßen. Ich bekam wirklich Übung im Seilbahn fahren! Die Fahrt war unglaublich. Ich dachte, ich werde rasend schnell, aber im Grunde ‚flog’ ich einfach über die Wiese hinweg. Vor lauter Freude konnte ich auch meinen Mund nicht geschlossen halten… Insektenschwärme sind ja vor allem am späten Nachmittag unterwegs, nicht wahr?!

» 87% Adrenalin...

Eine Mordsgaudi war dann definitiv der große Tarzan-Sprung. Wo wir wieder bei den Affen wären - …Banane?!?... War der sofortige Kommentar sobald der erste von uns das nächste große Netz gesichtet hatte. Im Unterschied zum vorigen Sprung war hier die Entfernung zum angestrebten Netz doch um einiges weiter und die Liane etwas länger, sodass man deutlich tiefer fiel. Nachdem der erste von uns doch recht waghalsig in die Liane sprang und mit großem Schwung im Netz landete, habe ich den Bruchteil einer Sekunde überlegt zu kneifen und gemütlich den Umgehungsweg zu nehmen. Aber hey, ich hatte in der Gruppe das weibliche Geschlecht zu vertreten und da kam noch nicht einmal ein Wimpernzucken in Frage.
Mit etwas weniger Schwung als meine Vorschwinger, doch mit genauso viel Spaß, schwang ich mich über den Waldesabgrund hinweg – ins Netz – und wieder zurück… der Klammeraffe in mir hatte das Netz verpasst und so musste ich etwas unfeminin zum Netz strampeln, um dann wieder auf einer sicheren Baumplattform stehen zu können. Als Talfahrt diente auch an dieser Stelle eine lange Seilbahn durch den Wald, diesmal sogar mit Blick auf den Bismarckturm im Sonnenuntergang – oh, ich liebe diese Dinger!

Jede Menge "Seilbahn-Action" im Wald-Kletterpark Velbert Langenberg ;-)

» 100% Adrenalin!!

Als Zusatz-Bonbon gab es zum Abschluss im Kletterpark noch die so genannte Todesschleuder – ein Sprung aus 13m Höhe ins Nichts! TO-DES-SCHLEU-DER. Allein das Wort ließ meinen Magen nervös zucken. Als der Kletterpark im letzten Jahr eröffnete, war ich mir sicher, dass ich dort alles ausprobieren würde, aber nicht dieses Konstrukt. Doch gestern stand ich nun am Fuße einer Baumplattform in 13m Höhe. Zwei waren vor mir schon gesprungen, sie haben überlebt (ihr Magen auch), mein Körper war voller Adrenalin und die Stimmung in der Gruppe war so heiter. All dies hat mich davon überzeugt, dass ich es einfach testen MUSSTE. Heute weiß ich, dass ich mit weniger Adrenalin im Blut mich das niemals getraut hätte.
13m an einer Strickleiter hochzuklettern ist schon einiges. Die Todesschleuder ist ähnlich aufgebaut wie die Tarzansprünge: man hat eine Liane, an der man sich sichert und dann muss man freiwillig springen. Okay… das Sichern war im Grunde schon genug Abenteuer für mich, da ich mich einfach nicht so weit an den Rand der Plattform getraut habe, um mich locker aus der Hüfte an der Liane einklinken zu können. Doch ich habe es unter den wachsamen Augen meiner Gruppe natürlich hinbekommen. Jetzt zog das Seil mich schon ziemlich stark Richtung Abgrund. Nicht spaßig. Das war tief – 13m. Verdammt hoch! Wie lange würde der freie Fall dauern, bevor das Seil von oben meinen Sturz abfinge? Ich sprang nirgendwo hinein, in kein Netz, kein gar nichts – nur der Waldboden ganz unten und am Baum neben mir eine extra weiche Matte, falls man aus der Bahn kommt. Oh man, ich hatte echt das Herz in der Hose sitzen.
Aber was half es? Nicht darüber nachdenken, einen Schritt vorwärts machen und WOW, ich fiel tiefer als ich erwartet hätte – meine Stimmbänder empfanden ähnlich. Doch dann griffen die Gurte sicher und verlässlich und ich schaukelte mich aus (dabei hasse ich dieses Schaukelgefühl! – ich sage ja, ohne Adrenalin wäre das ein Desaster für mich geworden!). Mittels eines Seils, das mir angereicht wurde, konnte ich mich zur nächsten Baumplattform ziehen, kräftige Hände kamen mir helfend entgegen und gaben mir die Sicherheit, auch bald wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Als dem so war, zitterten meine Beine aber trotzdem noch ein Weilchen nach und meine Stimme klang nicht ganz so fest wie sonst – aber es war ein irres Vergnügen!

» Kletterpark Velbert - Das hat Spaß gemacht!

Nach 2 ½ Stunden mit stetig steigendem Adrenalinspiegel hatte ich mir das geplante Grillen am Abend redlich verdient. Auf den Wald-Kletterpark in Velbert hatte ich mich von vornherein schon riesig gefreut, aber meine Erwartungen wurden noch einmal um einiges überboten. Für mich als Frau war es genau das richtige Gleichgewicht zwischen Adrenalin und Spaß. Ein bisschen Mut gehört schon dazu im Wald von Baum zu Baum bzw. Plattform zu Plattworm zu klettern, aber ich hatte ja auch eine (weibliche) Ehre zu verteidigen. Aber da ich mich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit im Klettergurt sehr sicher gefühlt habe, war das Gesamterlebnis im Kletterpark einfach unvergesslich und wiederholenswert!

Kletterpark Velbert LangenbergFast romantisch im Kletterpark: Klettern in der Abendsonne...

Einen herzlichen Dank für den schönen Nachmittag im Velberter Kletterpark an das Wald-Abenteuer Team in Velbert Langenberg und natürlich auch an die netten Blogger Kollegen Rene und Robert auf deren Bericht und vor allem Video ich mich schon sehr freue.

Alle Infos zu Anreise, Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Co. des Kletterparks in Velbert findet ihr auf den Wald-Abenteuer Internetseiten.

4 Kommentare:

  1. Klasse! Habe mir nun endlich mal Zeit genommen, den Artikel komplett zu lesen.
    Ein sehr schöner Bericht, der definitiv Lust auf mehr macht bzw. genau genommen schon als Werbung fungiert. Jetzt will ich dort auch hin :D

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  2. Endlich ein Kletterpark quasi direkt vor meiner Haustür! :-)

    Ich finde, der Park ist echt schön angelegt.
    Es wird von Station zu Station immer spannender und zum Schluss dann dieser Wahnsinn von Todesschleuder.
    Da darf man echt nicht viel denken, sondern muss einfach nur springen. ;-)

    Toller Bericht!

    Den Kletterpark werde ich auf jeden Fall noch öfters besuchen!

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  3. Kletterpark nur für blutige Anfänger geeignet!

    Meine Familie und ich waren von dem Kletterpark in Velbert sehr enttäuscht!
    1. sind die Parcours NICHT nach Schwierigkeitsstufen gestaffelt,
    2. sind dir Parcours wahnsinnig KURZ (zum Teil nur 3-4 Stationen),
    3. stellen die Parcours keinerlei Herausforderung dar, für Leute die schonmal in einem anderen Kletterpark waren!
    Und der größte Reinfall ist, dass man zu dem überhöhten Eintrittspreis nocheinmal 3 € extra für die Todesschleuder zahlen soll! Das ist echt ein WITZ!

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  4. Schade, dass ihr vom Kletterpark Velbert enttäuscht wart...wir - als teilweise mehr und weniger Kletterpark erfahrenen Teilnehmer - hatten damals durchaus einen spannenden Nachmittag in Langenberg.
    Allerdings war unserer Anspruch auch weniger die technisch/körperliche Herausforderung als einfach nen spaßiger Ausflug, außerdem hatten wir das Glück in der Nebensaison die (kurzen) Parcours nach belieben wiederholen zu dürfen.

    Beim Eintrittspreis und vor allem beim Aufpreis für die Todesschleuder stimme ich dir aber zu...gerade für eine ganze Familie kommt da eine beträchtliche Summe zusammen, die sich hart an der Grenze des subjektiv noch fairen Gegenwertes bewegt.

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