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Ultraleicht Trekking günstigUltraleicht Trekking muss nicht teuer sein IV

Es wird Zeit Bilanz zu ziehen und zusammenzurechnen, ob man mit mit einem Budget von 300€ eine einfache ultraleichte Trekking Ausrüstung für Outdoor Einsteiger realisieren kann.
Von Anfang war dabei klar, dass sich mit diesem Budget keine Expeditionsausrüstung für alle Eventualitäten oder eine auf maximalen Komfort ausgerichtete Ausrüstung zusammen stellen lässt. Jedoch sollte sie tauglich genug für einfache (Wochenend) Touren von (ultraleicht) Trekking Einsteigern sein und zeigen, dass man auch mit verhältnismäßig wenig Budget die Freude am ultraleicht Trekking genießen kann.

Die bei den Einkaufstipps im Teil II vorgestellten Ausrüstungsgegenstände sind alle in der Outdoor Praxis bewährt und zeichnen sich insbesondere durch ein sehr gutes Gewichts-/Preis-/Leistungsverhältnis aus. Leider verschlangen jedoch - trotz gutem Preis-/Leistungsverhältnis Rucksack und Schlafsack (je nach Anspruch und Tour...) schon einen großen Teil des Budgets. Das Geld weitere Ausrüstung wurde schnell aufgebraucht  und man hätte eigentlich schon vom Projekt 400€ hätte sprechen sollen...selbst wenn man noch einmal z.B. bei der Isomatte, Erste Hilfe Set und Trekking Handtuch etc. auf noch günstigere Lösungen setzt, werden die 300€ immer noch recht deutlich überschritten.

Kein Grund jedoch das Projekt 300€ gleich aufzugeben, denn ultraleicht Wanderer sind meistens recht kreativ und verstehen es durch pfiffigen Eigenbau kommerziell vertriebener Outdoor Ausrüstung durchaus Konkurrenz zu machen. Die in Teil III vorgestellten MYOG und DIY Projekte sind ebenfalls zum größten Teil Klassiker in der Ultraleicht Szene und bringen je nach Handwerkszeug und Improvisationsgabe eine Ersparnis von gut 100€.

» Bleiben die Ausgaben unter 300€?

Alles zusamengerechnet kommt man für eine ultraleichte Trekking Ausrüstung z.B. zu folgendem Ergebnis:

Packliste ultraleicht - 300€
günstige Ultraleicht Trekking Ausrüstung unter 300€ - Bilanz
 
Wie man sieht, lassen sich durch zurückhaltende Einkäufe und diverse MYOG Projekte die Ausgaben für eine ultraleichte Einsteiger Trekking Ausrüstung sogar auf deutlich unter 250€ drücken.
Nach der anfänglichen Sorge das Budget zu überschreiten, bleibt nun sogar eine ansehnliche Geld Reserve für weitere Ausgaben oder den Fall, dass sich einer der MYOG Projekte nicht oder nicht ohne Zusatzkosten realisieren lässt.
Desweiteren sind wohl gerade der Rucksack und vor allem das MYOG Tarp aus Baumarkt Folie in Budget und Funktion wirklich knapp kalkuliert und sicher am Limit dessen, wass man einem Trekking Anfänger zumuten sollte. Es darf ja auch ein bisschen komfortabler sein. Hier könnte man je nachdem guten guten Gewissens im Rahmen des Restbudgets in einen größeren Rucksack mit Hüftgurt wie den Gossamer Gear Murmur oder einen Golite Jam Restposten investieren und beim Tarp geht die Empfehlung eindeutig zum DD Tarp. Puristen können auch gegen den vielseitigen Golite Poncho tauschen. Auch das wäre immer noch im Rahmen der 300€.
Erfreulich ist auch das leichte Gewicht der low budget Ausrüstung, denn trotz geringem Budget sollte es möglich sein mit der reinen Ausrüstung unter 2,5 Kg zu bleiben.

» "Projekt 300€" - Fazit

Es ist also durchaus möglich auch mit 300€ eine passable ultraleicht Trekking Ausrüstung für Einsteiger zusammenzustellen, etwas Motivation zu einfachen MYOG Projekten ist allerdings vorausgesetzt.
Auch das Gewicht um die 2-3 Kg kann sich in der ultraleicht Szene sehen lassen.
Dennoch soll nicht unterschlagen werden, dass es sich dabei in Teilen natürlich eher um eine "Schönwetter Ausrüstung" handelt und auf Tour oft auch noch bisher nicht aufgezählte Kleinigkeiten mitgenommen werden, die hier weder ins Gewicht noch in die Preisberechnung eingehen. Gerade der umfangreiche Bereich Bekleidung wurde bei diesem " 300€ Experiment" ja z.B. komplett ausgeblendet.

Je nach Tour und Anspruch können/müssen die Stellschrauben Gewicht, Preis und Komfort auch unterschiedlich angesetzt werden. Im Teil II wurden ja z.B. verschieden große Rucksackmodelle vorgestellt, braucht man mehr Platz, geht auch der Preis zwangsläufig nach oben. Ähnliches gilt für den Schlafsack, obwohl sich hier der Mehrpreis für einen Daunenschlafsack sich bei Leistung und Gewichtsersparnis ganz sicher mehr als auszahlt.
Jeder muss bei der Auswahl seinen eigenen Kompromiss aus Preis und Gewicht finden. So möchte der eine vielleicht in jedem Fall unter 2 Kg bleiben der andere findet vielleicht auch 3 Kg noch akzeptabel und spart dafür lieber ein paar Euro mehr. Deshalb soll dieses 300€ Experiment auch nur als Anregung zum Geld und Gewicht sparen und nicht als zwingender Einkaufszettel verstanden werden.

An dem Ergebnis ändert das jedoch im Grundsatz nichts. Denn es steht fest: Auch mit wenig Geld lässt sich eine passable und vor allem leichte Outdoor Grundausrüstung realisieren!

Das ist zumindest ein Punkt den Anfänger freuen dürfte, die nicht selten zwischen all den Tipps von verrückten Gear Extremisten in Foren und Blogs sicher so manches mal um ihr Erspartes fürchten, obwohl sie doch immer Sommer nur mal ein bisschen "entspannt Wandern" wollen. Und auch als "alter Hase"  kann man vor dem Kauf teurer HighTech Ausrüstung immer mal wieder darüber Nachdenken.

» Ultraleicht Trekking muss nicht teuer sein...

12 Kommentare:

  1. Gute Serie. Hat mir gefallen. Auf ein paar Ideen war ich selbst schon gekommen. Aber doch noch viele Denkanstöße erhalten, um Sachen noch mal zu überdenken.
    Danke!
    LG
    Björn

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  2. Netter Beitrag.
    Kennst du vielleicht noch günstigere Alternativen zum Cumulusschlafsack, die etwas schwerer sind und weniger Wärmeleistung haben, was man mit Kleidung beim Schlafen kompensieren könnte?

    Greetz, Neo

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  3. Die Cumulus Schlafsäcke sind meines erachtens schon unschlagbar günstig! Selbst einfachere Daunenschlafsäcke (weniger Wärmeleistung und schwerer) kosten meistens mehr. Gerade beim Schlafsack würde ich keine Kompromisse machen; mit Kleidung kompensieren klingt meist auch nur auf dem "Papier" gut.

    Wenn du das Geld nicht zur Verfügung hast, bleibt eigentlich nur nen Kunstfaserschlafsack, aber auch hier gibt es deutliche Qualitätsunterschiede, naja und von ultraleicht entfernt man sich auch.

    Was mir allerdings noch einfällt ist der Meru Kolibri Down (~5°C 800g); ein günstiger Daunen Sommer Schlafsack der Globetrotter Hausmarke mit recht guten Bewertungen und gerade dort für knapp 70€ im Angebot.

    Freut mich, wenn ich die ein oder andere anregung geben konnte! ;-)

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  4. Danke für den Tipp der Kolibri würde mir da wohl am ehesten zusagen, hätte ich nicht gerade was anderes interessantes entdeckt.

    Schau dir mal die Produkte von Blizzard Survival an: http://www.blizzardsurvival.com/section.php/6/72737cd7ff1e009b925c400d09473683

    Da ich sowieso auf dem "Nur soviel wie nötig - nicht wie möglich" -Trip bin und gerade versuche eine Minimalausrüstung zusammenzustellen, habe ich mich vorerst für den Blizzard "Schlafsack" entschieden:

    - 385g
    - Reflexcell
    - Laut Angaben waren die niedrigsten Temperaturen bei denen jemand in diesem Sack überlebt hat -13°c)

    Vielleicht sind die Produkte für dich ja auch interessant und einen Beitrag wert.

    Händler im Deutschsprachigen Raum:
    www.medicalsci.com
    www.racelite.de

    MfG, Neo

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  5. Hallo Neophyt,

    "Nur so viel wie nötig" in Ehren, aber die Blizzard Teile sind wirklich nur sowas wie eine bessere Rettungsdecke und ersetzen keinen richtigen Schlafsack!

    Überleben bis -13°C im Sack heißt noch lange nicht wohlfühlen...dich wirds wohl trotzdem frösteln. Aber vor allem liegst du in deinem eigenen Saft, was dich spät. am nächsten Morgen erst recht frösteln lassen wird...
    Für Survival Gebrauch oder Abenteuer Rennen sicher ok, aber nichts für den langfristigen Dauergebrauch, mehrere Tage am Stück.
    Da die Dinger auch nicht sonderlich haltbar sind, zahlst du im vergleich zu einem richtigen Schlafsack zudem wahrscheinlich schon nach wenigen Nächten drauf...

    Hier war es ja das ursprüngliche Ziel für verhältnismäßig wenig Geld eine (langfristig) nutzbare und noch halbwegs komfortable ultraleicht Ausrüstung zusammenzustellen.
    Der Schlafsack bleibt leider einer der Kompenenten für die etwas mehr Geld in die Hand genommen werden muss.

    Falls du dich dennoch nicht abbringen lassen willst, es gibt auch noch von anderen Herstellern tlw. leichtere bzw. billigere Säcke ähnlicher Machart wie den Mountain Equipment Ultralite Biwaksack oder die Reactor Thermolite Liner von Sea to Summit.
    Interessant sind diese Survival Säcke, aber für mich persönlich allenfalls nur fürs Survival Set und nicht für den Dauergebrauch beim Trekking.

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  6. Stimm ich dir vollkommen zu, aber für mein aktuelles Projekt ist das Teil vollkommen ausreichend. Meine aktuelle Planung könnte man als die Mischung aus Ultralight Trekking und Survival bezeichnen.

    Wobei ich versuche die Mobilität des UL mit dem Minimalismus des Survival zu koppeln.

    Deswegen suche ich nach Lösungen die die nötigsten Kriterien erfüllen und mir die im Survivalbereich aufwendigen Realisierungen von Notbehausung und Wärmereflektoren abnehmen um Zeit und Mobilität zu sichern.

    Angedacht ist diese Minimalausrüstung bisher nur für Wochenendtouren und Temperaturen von ~5°. Von daher sehe ich diesbezüglich (noch) keine ernsteren Probleme.

    Aber trotzdem danke für deine weiteren Anregungen.

    greetz,
    Neo

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  7. Hey, nochmal ein Nachtrag bezüglich einem Schlafsack mit Prädikat nur soviel wie nötig:
    bei Globetrotter gibt es gerade den Meru Ultra Light, welcher mir persönlich gerade sehr zusagt, überlege aber noch ob ich ihn mir besorgen soll.
    Vielleicht ist es ja auch was für dich bzw. ein Review wert.

    Greetz,

    Neo

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  8. Der neue Globetrotter Katalog ist ja vor einigen Tagen erschienen und die Meru Light Schlafsack Serie wurde ja komplett überarbeitet.
    Allein vom Standpunkt "low budget" Ausrüstung gesehen sind da nun wirklich ein paar nette Sachen dabei. Das würde ich wohl auch mal riskieren...
    Allerdings bin ich Schlafsackmäßig ganz gut ausgestattet. Also wirds wohl von mir kein Review dazu geben. Aber ich veröffentliche natürlich auch gerne Gastbeiträge...deine Chance, falls du ihn kaufen solltest ;-)

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  9. Ja ich bin schon sehr angetan von dem guten Stück, werds mir wahrscheinlich zulegen, werds mir nächste Woche mal im Laden anschauen wenn ich Zeit finde.
    Was sagst du zur angegebenen Leistung/Qualität im Verhältnis zum Preis beim Meru UL?

    Eigentlich bin ich auch auf der Suche nach einem guten VBL, meinst du ein leichter Kunstfaser Schlafsack als Innensack für meinen Daunenschlafsack im Winter erfüllt die Aufgabe eines VBL's annähernd? Oder würde die Körperfeuchtigkeit eher schnell durch die Kunstfaser transportiert werden und wieder im Daunenschlafsack hängenbleiben?

    Über das Review denk ich mal drüber nach. ;)

    Neo

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  10. Ich kenne die aktuellen Meru Schlafsäcke leider nicht und da sie recht neu sind gibt es auch noch keine Langzeiterfahrungen anderer. Generell bleibt bei billigen Schlafsäcken aber bei mir eine gewisse Skepsis, jedoch haben mich viele andere Produkte der Globetrotter Hausmarke auch in der Vergangenheit nicht enttäuscht. Außerdem, bei einem Sommerschlafsack sowie dem Preis kann man nun auch nicht so wirklich viel falsch machen.

    Zum VBL: kann man provisorisch machen, aber einen richtigen VBL ersetzt es nicht! Ziel ist ja die Dampfsperre und das erreicht man mit dem Kunstfasersack nun nicht. Früher oder später friert dir auch der Kunstfasersack ein...also in den sauren Apfel beißen und im eigenen Saft "schmoren" ;-)

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  11. Hey nochmal ne Rückmeldung von mir(Neo),

    habe den Blizzard Schlafsack nun einige male im Winter als VBL Benutzt mit langer Fleeceunterwäsche, die aber sehr schnell am Körper trocknet auch wenn man direkt Hose und Jacke nach dem aufstehen überzieht. Da es durch die Unterwäsche relativ angenehm war werd ich die "Alu"-Tüte demnächst auch mal Solo ohne Daunenschlafsack testen. Die Komforttemperatur wird auf einigen Seiten mit 5° angegeben. Und mit Fleeceunterwäsche finde ich das auch machbar. Ich werd nochmal von Berichten wenn ich die Kombination getestet habe, momentan warte ich noch auf die 5°c :-)

    grüße Neo

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    1. Danke für die ausführliche Rückmeldung. Ist doch immer wieder spannend zu Erfahren was die Praxis zeigt und die Leute so draus machen.

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