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Unendlich wenig und doch so viel - Rab Infinity

Rab Infinity DaunenjackeEs ist noch gar nicht so lange her, da packte mich zum Anfang des kalten Winters das Daunen Fieber. Neben ultraleichten Daunenwesten ging die Aufmerksamkeit vor allem an die zum Ende des Jahres frisch eingeführte Daunenjacke Rab Infinity. Die neue Rab Dauenenjacke besteht aus hauchdünnem und ultraleichtem Pertex Quantum Material in dem eine Füllung von etwa 200g feinster europäischer 850er Gänsedaune maximale Bauschkraft entfalten und so für beste Isolation bei Kälte sorgen sollte.

Ob mit der Rab Infinity Daunenjacke aber tatsächlich eine gute Balance zwischen ultraleichtem Gewicht und ausreichender Robustheit für jegliche Outdoor Aktivitäten gelungen ist, musste erst noch der Praxis Test zeigen:

» Eckdaten 

Rab InfinityDaunenjacke
  • Hersteller: Rab UK
  • Modell: Infinity
  • Farben: grau, orange, blau
  • Außenmaterial: Pertex Quantum GL 10D Ripstop Nylon (25g/m²)
  • Füllung: Europäische Gänsedaune 850er Fill Power
  • Füllmenge: ca. 200g Daune
  • Gewicht: 440g inkl. Packsack (Größe M)
  • Packmaß: 25 x 15 cm
  • Konstruktion: durchgenähte Daunen Kammern, Kapuze
  • Details: 2 große RV Einschubtaschen, Innentasche, elastische Armelbündchen und Kapuze mit Lycra Einfassung, Kinnschutz, kurzer Schnitt, Packsack
  • Preis: ca. 295€  - Rab Infinity Down Jacket kaufen bei Outdoortrends
» Material und Verarbeitung

Rab Infinity
Rab Infinity: Dünnstes Pertex Quantum und feine 850er Daunen Füllung

Als Außenmaterial kommt bei der Rab Infinty Jacke Pertex Quantum dünnster Stärke mit 25g pro m² zum Einsatz, von dichten Dornenbüschen sollte man sich also allein in die Daunenjacke gekleidet fernhalten. Aber das ist ja auch kein sonderlich realistisches Szenario. Davon abgesehen, dass die Rab Infinity aufgrund der fehlenden Wasserdichtigkeit wohl in der Regel eher als Isolationsschicht unter einer Hardshell oder als Wärmebackup bei Pausen und im Camp getragen wird, ist das dünne Pertex Material dennoch nicht zu unterschätzen und übersteht auch mal Kontakt mit einer rauheren Felswand, wenn dies nicht zur Gewohnheit wird. Die Ripstop Nähte verhindern im Extremfall zumindest auch Schlimmeres.
Wie in der Werbung versprochen ermöglicht das dünne Außenmaterial der Rab Infnity in Verbindung mit der hochwertigen Daunenfüllung aus europäischer Gänsedaune mit 850er Fill Power wirklich einen extrem kräftigen Loft. Die einzelnen Kammern werden richtig Straff aufgeplustert, kein Vergleich zu manch schlaffer "billig" Daune.
Die Daunen Kammern der Rab Infinity sind durchgesteppt, im vorderen Bereich sorgt eine zusätzliche Lage Pertex für zusätzlichen Windschutz. Die Reißverschlüsse sind leichtgängig und auch die gefütterte Abdeckleiste erfüllt einwandfrei ihren Dienst. Im Kinnbereich ist außerdem kuscheliges Microfleece verarbeitet worden, was dem Tragekomfort der sonst auch innen ausschließlich aus Pertex Material bestehenden Infinity Daunenjacke entgegenkommt.
Während an der Kapuze ein elastisches Lycra Einfaßband verarbeitet wurde, hat man sich das bei Ärmelbündchen und dem unteren Saum gespart, hier dürften sich nach einiger Zeit wohl als am ehesten erste Abnutzserscheinungen am Material zeigen.
Insgesamt sind hinsichtlich der Verarbeitung der Rab Infinity bisher aber keine Schwächen ersichtlich. Auch Daunenverluste sind bisher quasi nicht vorhanden. Angst um die kostbare Daunen Füllung besteht da eigentlich weniger, aber es ist äußerst nervig ständig und überall kleine Daunen aufzusammeln bzw. zurück zu schieben.

Rab Infinity Details

» Trageeigenschaften und Erfahrungen

Die Optik der Rab Infinity Daunejacke erscheint mit ihren kleinen rechteckigen Kammern an der Front eher technisch, mancher hat das  auch schon als modischen Schick beschrieben....Zumindest lenkt das vom sonst Danenbekleidung typischen Michelin Männchen Look hervorragend ab und hält die Daunen optimal in Schach Position. Im Frontbereich wurde innen außerdem noch eine zusätzliche Lage Pertex eingefügt, so dass der Wind hier noch weniger Chancen hat auszukühlen.

Der Schnitt der Infinity ist eher kurz, genau richtig für sportliche Aktivitäten bzw. als zusätzliche Isolationsschicht unter der Hardshell.

Rab Infinity
Rab Infinity Daunenjacke - warm und schick...

Die Taschen der Infintity bieten ein großzügiges Raumangebot für Handschühe, Mütze etc. und eine ebenfalls per Reiverschluss verschließbare Innentasche gibt zusätzlichen Stauraum. Leider lässt sich die Infinity aber nicht wie manch andere Daunenbekleidung in einer der eigenen Taschen verstauen. Hier ist man statt dessen auf den mitgelieferten Packbeutel angewiesen. Der hat bei mir einen festen Platz in der Innentasche bekommen, aber eine zusätzliche Befestigungsmöglichkeit wäre noch praktisch gewesen, denn gerade wenn man dick eingepackt in den Taschen herum wühlt,  geht der Inhalt ja leider schnell mal verloren. Außerdem, wenn schon seperater Packbeutel, dann wäre wasserdicht eine feine Sache gewesen, aber hier kann man ja selbst nachhelfen. Immerhin passt die Rab Infinity bequem in den mitgelieferten Packbeutel hinein und er wiegt auch nur gerade einmal 11g.

Durch verlängerte Zipper Pulls sind auch alle Reißverschlüsse an der Jacke selbst mit dickeren Handschuhen problemlos zu bedienen und die Abdeckleiste konnte ich trotz dünnem Material bisher noch nicht ein einziges Mal zum Verklemmen bringen. Der Fleece Kinnschutz ist minimalistisch, erfüllt aber einwandfrei seine Funktion.
Rab Kaputze
Gegen Durchzug von unten lässt sich die Rab Infinity durch einen Gummizug und zwei Tankas links und rechts eng verschließen. Die Kapuze bietet dagegen keine weiteren Einstellmöglichkeiten, sitzt aber durch elastische Lycra Einfassungen auch so ganz gut. Apropo Kaputze, die hat bei der Infinity eine recht kräftige Ladung Daunen mitbekommen. Das hält den Kopf warm und hat nicht nur deswegen auch ein bisschen was von Trockenhaube ;-).

» Fazit
Die Rab Infinity Daunenjacke ist kaum schwerer als ein durchschnittliches Fleece, bietet aber eine mit Abstand deutlich bessere Isolation. 440g Gramm inklusive Packsack sind in Anbetracht der Leistung wirklich als ultraleicht einzustufen und so ist die Rab Infinity ein gern gesehener Begleiter bei kalten Temperaturen im Herbst und Winter. Durch das extrem geringe Packmaß findet die Rab Infinity fast immer noch einen Platz im Rucksack und fällt kaum ins Gewicht. Egal ob ständig getragene Jacke oder Wärmebackup bei Pausen und im Camp - die Rab Infinity überzeugt bisher bei allen Outdoor Aktivitäten bei den es mal kälter werden kann. Fast schon schade, dass es wieder wärmer wird - das bewährte Fleece oder der mit Primaloft gefüllte Infinity Namensvetter und ultraleicht Klassiker von Berghaus sind kaum kleiner und leichter...die Rab Infinity ist aber langsam einfach zu warm...

An die Grenzen stößt die Rab Infinity, wie die meisten ultraleichten Produkte, natürlich bei extrem schweren Rucksäcken, Ausflügen in Hecken und Sträucher sowie langen Regengüssen - aber eine Daunenjacke ist nun mal auch keine 3-Lagen Jacke. Die Infinity ist in erster Linie eine überzeugende Isolationsschicht und der Anspruch liegt insbesondere beim extrem niedrigen Gewicht. Dennoch ist die Infinity trotz dünnem Material keineswegs eine "schönwetter-Jacke", sondern gemacht für den Gebrauch in "extreme environments". Wie immer gilt natürlich die Ausrüstung im Gesamtsystem richtig einzuordnen und dementsprechend einzusetzen..

Winter du darfst gerne noch ein bisschen bleiben...*in die Daune kuschel*... ;-)

» Links
Rab Infinity

2 Kommentare:

  1. Hi Marcel, danke für den interessanten Testbericht. Sind die Taschen gefüttert?

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  2. Leider nein, wirklich nur Minimalismus. Das hatte ich eigentlich auch noch erwähnen wollen. Warm bleiben die hände aber trotzdem, fühlt sich halt nur nicht so kuschelig an ;-)

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