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Das neue Active Shell getestet und vorgestellt 

Gore Tex Active ShellZur diesjährigen ISPO Anfang 2011 stellt Gore seine neuste Entwicklung das GORE-TEX Active Shell Laminat vor. Ausgeruestet.com durfte das neue Material bereits testen und stellt es nun natürlich auch hier vor.

Wie bei den bereits etablierten GORE-TEX Laminaten soll auch das neue Active Shell natürlich in erster Linie zuverlässigen Wetterschutz gegen Wind und Regen bieten. Die Neuerungen des Materials liegen jedoch im Vergleich zu den bisherigen Laminaten in der noch einmal deutlich gesteigerten Atmungsaktivität, sowie der Reduzierung des Gewichts und der Details auf das absolut Wesentliche.
Damit reagiert Gore insbesondere auf die Anforderungen des sich immer stärker verbreitenden „Light & Fast“ Trends, der schnelle und dynamische Outdoor Sportaktivitäten umfasst, bei denen jedes Gramm zählt und die Kleidung im Idealfall kaum spürbar sein soll.

Gore gab uns im Anschluss an die ISPO die Möglichkeit das neue Active Shell ausgiebig zu testen und den Bericht sowie die weiteren Infos zum Material wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten.

» Gore Tex Active Shell im Praxistest

Erst in der kommenden Wintersaison wird die GORE-TEX Active Shell Laminat Technologie in den regulären Kollektionen der großen Bekleidungshersteller wie z.B. Arcteryx, Berghaus oder Nöronna zum Einsatz kommen. Deshalb ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der von Gore zur Verfügung gestellten Testjacke um ein so genanntes „Seeding Garment” handelt. Also einem speziell für Gore produzierten Testmuster, welches nicht von einem Gore Markenpartner konfektioniert wurde und so auch nicht im Handel erscheinen wird. Demnach bleiben im Test Schnitt, Farbe, Style und Features der Jacke unberücksichtigt und der Fokus richtet sich allein auf Funktionalität und Technologie des neuen Active Shell Laminats.

» Eindrücke zum neuen Active Shell

Active Shell
GORE-TEX Active Shell

Extrem niedriges Gewicht

Bevor die Jacke überhaupt angezogen wurde, fällt sofort das extrem geringe Gewicht der Jacke auf. Gore sieht als Wunschgewicht für mit Active Shell Technologie ausgestattete Bekleidung, je nach Einsatzbereich, unter 300-400 Gramm vor.
Die Testjacke wiegt gerade einmal ca. 250g und ist damit wirklich extrem leicht, verfügt jedoch über keine Kapuze.

Erreicht wird das extrem geringe Gewicht vor allem durch die Optimierung der Laminierung, der konsequenten Reduzierung von Klebe- und Nahtstellen und natürlich durch die Verwendung von dünnen Oberstoffen (unter 40 Denier), sowie dem Verzicht auf überflüssige/überladene Details.
Gore ruft hier übrigens auch explizit die jeweiligen Markenpartner auf, das Gewicht nicht durch komplizierte Schnitte, übermäßige Taschen und Stickereien wieder unnötig nach oben zu treiben.

Weniger Kleber ist mehr…

Active Shell FutterVor allem die Reduzierung von Kleber und Klebepunkten in Active Shell Bekleidung bringt nicht nur Einsparungen beim Gewicht, sondern führt vor allem auch zur deutlichen Verbesserungen hinsichtlich der Atmungsaktivität. Denn jede Klebestelle reduziert grundsätzlich die Fläche an denen das Active Shell bzw. Membranen generell ihre potentielle Atmungsaktivität ausspielen kann.
Bei vielen Regenjacken werden heutzutage nicht selten 20m! Tape und mehr verklebt. Geschuldet ist das den vielen Features der nicht selten mit Details überfrachteten Jacken. Active Shell Bekleidung soll deshalb z.B. bei Design und Produktion auf die Verarbeitung mit max. 12m Tape beschränket werden.

Die allgemeinen Einsparungsbestrebungen setzen aber natürlich auch direkt bei der Technologie der GORE-TEX Active Shell Membran selbst an. So wurde beim GORE-TEX Active Shell die PTFE Membran in der Dicke reduziert und direkt in die Oberseite des Trikotstoffes integriert. Diese spezielle Laminierungstechnik des Active Shell reduziert noch einmal den Klebstoffverbrauch und verbessert damit maßgeblich die Atmungsaktivität der Membran.

Maximale Atmungsaktivität und Ret-Wert

Das  GORE-TEX Active Shell überzeugt demnach insbesondere durch überdurchschnittliche Atmungsaktivität. Das ist subjektiv betrachtet natürlich leicht gesagt, aber objektiv natürlich nicht leicht in Worte zu fassen bzw. zu beschreiben.

Hier kann ein zur Ermittlung der Atmungsaktivität entwickeltes Testverfahren des Bekleidungsphysiologischen Hohenstein Instituts zur Hilfe genommen werden. Ermittelt wird dabei ein Wert zur Beschreibung des Wasserdampfdurchgangswiderstandes – der so genannte Ret-Wert (Resistance to Evaporating Heat Transfer).
Ein Ret-Wert unter 6 gilt dabei als extrem Atmungsaktiv, zwischen 6-13 als sehr atmungsaktiv, unter 20 noch als atmungsaktiv und ein Ret-Wert über 20 als nicht mehr Atmungsaktiv.

Das GORE-TEX Active Shell erreicht einen Ret-Wert unter 3 und ist damit wirklich extrem Atmungsaktiv.

Im Vergleich: GORE-TEX Paclite kommt auf einen Ret-Wert >4, Pro Shell nur >6.

Tragekomfort

Das GORE-TEX Active Shell trägt sich durch die stoffartige Innenseite auch auf nackter Haut deutlich angenehmer als z.B. das innen „glatte“ Paclite oder Pro Shell.
Durch das dünne Material und die Minimierung von Klebeflächen fühlt sich das Active Shell auch sehr weich an und  knistert kaum. Packmaß und Gewicht sind außerdem nur geringfügig höher als bei Paclite Bekleidung.

Haltbarkeit

Wie schon mehrfahc erwähnt liegt der Fokus beim neuen GORE-TEX Active Shell eindeutig auf Atmungsaktivität. Auch wenn das Active Shell wie eine Dreilagenkonstruktion erscheint (ist es ja streng genommen nicht...), dürfte Paclite - Pro Shell sowieso - bei gleicher Dicke etwas robuster sein. Demnach ist das neue Material für viele klassische Rucksackreisende, Bergsteiger etc. wohl nur mit Einschränkung interessant. Outdoor Sportler und auch Wanderer mit leichtem Gepäck können aber wahrscheinlich mit der begrenzten Belastbarkeit des Active Shells leben.

Neben der äußeren Belastung durch einen Rucksack wird eine Membran bzw. Beschichtung aber gerade auch bei schweißtreibenden Outdoor Aktivitäten z.B. eben auch durch Schweiß und Körperfette stark beansprucht.
Eine genaue Einschätzung zur Haltbarkeit des GORE-TEX Active Shell Laminats wird aber erst nach längerem Tragen möglich sein. Langzeiterfahrung ist so kurz nach Erscheinen des Active Shells noch nicht möglich.

» Fazit und Praxiserfahrungen

Gore Active Shell JackeDie Testjacke mit der neuen Active Shell Technologie überzeugte vor allem als dünne und superleichte Fahrradjacke. Im Gegensatz zum klassischen Softshell oder dünnem Windbreaker ist der Wetterschutz mit GORE-TEX Active Shell Bekleidung noch einmal deutlich erhöht. Das kleine Packmaß und sehr gute „Windbreaker“-Eigenschaften machen sie perfekt für den Einsatz auf dem Rad. Auch bei schneller Fahrt bei Temperaturen unter Null zeigte das Active Shell immer noch gutes Isolationsvermögen.

Während des Wanderns ist das Active Shell kaum hinderlich und auch wenn es mal schneller oder anstrengender wird, kann die Atmungsaktivität der Jacke wirklich überzeugen.

Beim Trailrunning und anderen belastungsintensiven Sportarten kommt das Active Shell aber, trotz grundsätzlich sehr guter Atmungsaktivität, an seine Grenzen. Auch bei Temperaturen unter 15 °C steht man je nach Belastungsgrad als Durchschnittsmann schnell wieder „im eigenen Saft“. Bei Frauen und denjenigen die grundsätzlich nur wenig transpirieren dürfte das Ergebnis wahrscheinlich etwas besser ausfallen. Auch wenn GORE das Active Shell eigentlich für „athletischen Allwettersportler“ anpreist, hier muss man ganz klar die Grenzen von Funktionsmaterialien aufzeigen. Denn auch die neusten High-Tech Materialien können nun mal keine Wunder vollbringen oder die Physik aushebeln.

Demnach ist der Gesamteindruck zum neuen GORE-TEX Active Shell fast durchweg positiv und es darf mit Spannung erwartet werden wie sich das Active Shell im Langzeitgebrauch bewährt.

» weitere Test- und Erfahrungsberichte

Weitere persönliche Erfahrungen zum GORE-TEX Active Shell finden sich z.B. bei
» Links

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