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Etappe 3, Memminger Hütte – Galflunalm

Abstieg nach Zams
Diese etwas abgewandelte E5  Etappe ist ein wenig länger als z.B. im Rother Wanderführer vorgegeben. Laut diesem kann man gut an einem Tag bis Zams laufen und sich dann entscheiden, welcher E5-Variante man weiter folgt. Bis zur Galflunalm (1960m) sind es zwei zusätzliche Stunden Gehzeit, wenn man mit der Seilbahn zum Krahberg hochfährt – ohne Bahn dauert es dementsprechend noch etwas länger.

Zams und Landeck sind auf der E5 Alpen Route nach Bozen die vorerst letzten größeren Städte mit umfangreicheren Einkaufsmöglichkeiten. Hier kann man nach dem 3-tägigen „Einlaufen“ auf dem E5 noch einmal überlegen, was man wirklich an Ausrüstung im Rucksack braucht und den Rest getrost bei der Post aufgeben und nach Hause schicken...wir haben bei Mitwanderern von 8 Kg! Paketen gehört.
Doch bis man im Tal dieser beiden Städte ankommt, vergehen noch ein paar Stunden und einige Höhenmeter wollen bezwungen werden.

Von der Memminger Hütte aus steigt man morgens erst einmal über Geröllfelder zur Seescharte auf. Der Weg dorthin ist grundsätzlich nicht sehr schwierig oder gefährlich, er zieht sich lediglich ein wenig. Doch mit einem schönen Sonnenaufgang und anderen motivierten Wanderern ist man bald schon am letzten Stück des Aufstiegs angelangt. Nun folgen noch ein paar Meter auf festem Gestein und ein Stahlseil gibt einem noch mehr Sicherheit, da nun auch die Hände mit zum Einsatz kommen. Doch richtig gefährlich ist das Stück nicht nicht. Auf 2599m steht man dann in der Seescharte und blickt auf das Tal hinab, in dem, versteckt hinter Bäumen und Bergen, Zams und Landeck liegen.

Seescharte
 Ein letzter Blick zurück vor Überquerung der Seescharte

Der Abstieg auf der anderen Seite der Seescharte ist auch sehr geröllig, aber vor allem mit Hilfe von Trekkingstöcken gut machbar. An manchen Stellen sieht man den Weg nur bis zur nächsten Serpentine, da es mitunter sehr steil bergab geht. Bald taucht tief unter einem die Oberlochalm auf, doch sieht sie näher aus, als sie ist. Erreicht man diese dann, wird man vom fröhlich rauschenden Lochbach und kauenden Kühen empfangen. Der Weg ebnet sich, ist fast autotauglich und verläuft in sanften Kurven am Bach entlang. Hier bieten sich allerlei Picknickmöglichkeiten für eine kleine Jause an.

MärchenwaldBei gutem Tempo kann man nun den weiteren Abstieg ins Tal angehen. Der Weg schlängelt sich durch kleine Wälder, über Wiesen und wird mit der Zeit immer schmaler, bis man entlang einer Steilwand nur noch etwa einen Zweimann breiten Weg entlang läuft. Rechts geht es in die Schlucht runter und vor einem kann man schon Landeck sehen – bis dahin sind es aber noch gut 4 Stunden Fußmarsch bergab.

Obwohl die Knie sich nach ein paar Stunden steten Bergabs sicher melden werden, berauscht einen die Landschaft des Zammer Lochs so sehr, dass diese Etappe zu einer der schönsten der gesamten Tour zählt. Die Wanderzeit, laut Rother Wanderführer, von 5 ½ Stunden ist jedoch wohl nur zu erreichen, wenn man kaum stehen bleibt, keine Fotos macht und im - fast - Laufschritt die Strecke zurücklegt.

Variante: Übernachtung in Zams
Ist Zams dann schließlich erreicht, kann man hier die steile Tagesetappe nach unzähligen Metern bergab guten Gewissen auch beenden und sich eine Herberge im kleinen Städtchen suchen.

Wer noch Reserven hat, wandert noch einmal 2 bis 3 Stunden bis zur Skihütte oder Galflunalm.

In Zams kann man im örtlichen Supermarkt aber erst mal alles einkaufen, was den Gaumen des Wanderers erfreut und noch einmal richtig schlemmen bzw. den Proviantbeutel auffüllen.

Bekannt ist Zams für ihren frei stehenden Kirchturm. Die Kirche dazu steht ein paar Meter weiter entfernt. Der Grund dafür war ein Großbrand im Jahr 1911, bei dem nur der Kirchturm das Feuer relativ unbeschadet überstanden hat. Im Zammer Lochputz kann man sich die Geschichte des Wassers der Region anschauen und erleben.

Mit der Venetseilbahn geht es nach kurzem aufenthalt in Zams in relativ kurzer Zeit steil zum Krahberg auf 2208m hinauf (Sondertarif für E5 Wanderer!).

Variante: Skihütte Zams
Eine Option ist an der Mittelstation der Seilbahn Halt zu machen und in der Skihütte Zams zu nächtigen (letzte Auffahrt um 17 Uhr), um am nächsten Tag weiter über das Skigebiet Venet weiter zu laufen.

 Krahberg E5
 Vom Krahberg zur Galflunalm

An diesem Tag lässt sich noch ein erhebliches Stück Weg hinter sich bringen, indem man vom Krahberg aus bis zur Galflunalm oder bis zu Larcher Alm weiterläuft.

Kurz hinter der Seilbahn muss man sich nun wieder einmal entscheiden. Man kann zum einen über das Wannejöchl (3 Stunden und ein paar mehr Höhenmeter) oder die Variante über den Panoramaweg (2 Stunden, fast keine Höhenmeter) wählen um bis zur Galflunalm zu gelangen.

GalflunalmJe tiefer man kommt, desto sumpfiger wird der Weg und man muss sich vor rutschigen Stellen in acht nehmen. Kurz vor der Galflunalm wurde sogar ein hölzerner Steg errichtet, der den müden Wanderer sicher durch die sumpfige Weide zur kleinen und gemütlichen Galflunalm Hütte bringt.

Ein deftiges Mahl aus Gemüsesuppe, Salat, Käsespätzle (....Kääääsespätzle!) und hausgemachtem Kuchen erwarten einen von der freundlichen Wirtin. Nach der beengten Nächtigung auf der Memminger Hütte ist diese Hütte fast ein kleines Paradies mit maximal acht Personen auf einem Zimmer. Außerdem: heiß Duschen inklusive!
Die Esel am Hang wünschen einem im Sonnenuntergang eine gute Nacht und die Hüttenkatze schnurrt auch schon friedlich am Kamin  - oder auch mal im Bett der Mitübernachtenden...

Variante: klassischer E5 über Wenns - Mittelberg zur Braunschweiger Hütte
An dieser Stelle trennt sich der klassische E5 von seiner von uns gewählten Variante über den Kaunergrat. Verfolgt man weiter den "klassischen" E5 Wanderweg, so führt er einen am nächsten Tag nach Wenns, um von dort mit dem Postbus bis Mittelberg zu fahren. Früher war eine Wanderung durch das Pitztal noch schön und ruhig. Heute hat es wegen der hohen PKW Frequentierung etwas von seinem ursprünglichen Charme verloren – vor allem für die Strecke zu Fuß entlang der Straße. Möglich ist es natürlich dennoch, denn ein Fußweg führt zumeist parallel zum Busfahrweg durch das Pitztal.

 Esel
 Esel sagt Gute Nacht...oder zumindest etwas ähnliches...

Wir verlassen am nächsten Tag den klassischen E5 und machen uns auf auf Richtung Kaunergrat zum idyllisch gelegenem Wiesenhof.

 Infobox

Etappe 3: Memminger Hütte (2242m) - Galflunalm (1960m)

Seescharte - Abstieg nach Zams - Venet Seilbahn - Krahberg - Galflunalm

Länge: ca. 26 km
Gehzeit: ca. 7-8h
Höhenmeter: ca. + 1300m / - 1900m
Höhenprofil Memminger Hütte - Galflunalm
Etappe 3 / 13

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