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Etappe 8, Braunschweiger Hütte - Zwieselstein

E5 OetztalDiese Etappe startet noch in Begleitung einer Reihe geführter Wandergruppen. Von der Braunschweiger Hütte aus geht es Richtung Pitztaler Jöchl, oder bei wenig Zeit oder schlechtem Wetter Richtung Rettenbachjoch. Wichtig ist, beim Hüttenwirt nachzufragen, ob das Jöchl begehbar ist, denn allzu häufig ist es wegen Steinschlags geschlossen. Die Variante über das Rettenbachjoch ist etwa 45 Minuten kürzer und 6 m tiefer gelegen als das Pitztaler Jöchl mit 2996 m.

Variante: Meran
Auf dieser Etappe trennt sich nach etwa 2 Std. Gehzeit der klassische E5 von der recht beliebten E5 Variante Oberstdorf - Meran. Läuft man bis Meran, ist man zum Einen etwas kürzer unterwegs (nur ca. 1 Woche), man bleibt noch etwas länger im Hochgebirge und kommt auch beim Ötzi vorbei.
Bis Meran zu laufen, wird von vielen Bergschulen bevorzugt, sodass man nach einer Nacht auf der meist vollen Braunschweiger Hütte auf dem klassischem E5 ab Zwieselstein wieder fast alleine unterwegs ist.

Nimmt man sich die Variante nach Meran vor, so erlebt man die Fahrt durch den Gletscher und kann einmal in Vent und dann in der Similaunhütte übernachten, welche die höchste Hütte dieser Strecke mit einer Übernachtungsmöglichkeit auf 3019 m ist.

SteinschlagHinter der Braunschweiger Hütte folgt man dem Wanderweg Richtung Liftanlage, zu der man sich innerhalb einer guten Stunde hinaufarbeiten wird. Gerne lädt ein Blick zurück ein, um sich eine kleine Verschnaufpause zu genehmigen. Geht man früh los, gegen 7Uhr, sind auch nur wenige Bergschulen unterwegs; die meisten starten etwas später. Bevor man am Lift oben auf 2990 m anlangt, kommen auch das ein oder andere Mal die Hände unterstützend zum Einsatz. Alles in allem ist der Aufstieg aber sehr gut machbar und der Blick auf die morgendlich verschlafenen Wolken wiegen die Anstrengung wieder auf.
Der Abstieg über das Rettenbachjoch gestaltet sich aber leider als etwas langweilig, da man eigentlich nur der Liftstrecke folgt. Man steigt über einen Teil des Gletschers hinab, kommt schließlich auf Schotterstraße und folgt dieser bis zu einer kleinen Kapelle.

Achtung!
Für den klassischen E5 nicht wie fast alle anderen gen Meran ziehenden Wanderer Richtung Gletscherstadion gehen! Um auf dem klassischen E5 zu bleiben, muss man vorher links abbiegen. Die Kapelle - sofern nicht im Nebel verschwunden - ist ein guter Richtungsweiser; unmittelbar an ihr vorbei verläuft der klassiche Fernwanderweg E5.

wolken in den bergen
 Über den Wolken...

Was nun folgt, hat auf den ersten Blick keinen so großen landschaftlichen Reiz. Man hat kurzzeitig das Gefühl, dass nun die Highlights der Tour vorüber sind und statt dem tristen Abschnitt mit Straßen-Charakter man doch der Variante nach Meran hätte folgen sollen. Aber weit gefehlt, denn es werden noch einige richtige schöne Abschnitte kommen!  
 
Ein Blick zurück - "Straße"  könnte schlimmer sein...

 Steinmännchen
Steinmännchen weisen den Weg

Der E5 folgt lange Zeit einer Schotterstraße, entlang der Ötztaler Gletscherstraße und dem Rettenbach. Ein paar Steinmännchen zeigen den Versuch von Wanderern, diesen Weg etwas "wanderbarer" zu gestalten. Nach etwa 3 Std. Gehzeit geht der Weg in einen Waldlehrpfad über, schlängelt sich an grünen Hängen entlang, über Wiesen mit grasenden Kühen und vielen, vielen Liften über dem Wanderer. Man befindet sich nun mittem im Skigebiet Hochsölden. Begleitet wird man hier im Sommer vom ständigem Hämmern und Werken der Arbeiter, die an neuen Liftanlagen bauen oder alte warten und reparieren.

E5Der E5 folgt manchmal kleinen Straßen zu einzelnen Hütten, manchmal sucht er sich selbst seinen Weg am Berg entlang. Häufig durchläuft man kleinste Häuseransammlungen und freut sich über die Architektur, die wohl nicht immer deutschen bauvorschriften entspräche. Kühe sind heute außerdem ein ständiger Begleiter.

Um in Zwieselstein anzukommen, verläuft der E5 in einem großen Bogen Richtung Tal. Man hat zwischendurch immer Zweifeln, ob man noch auf dem rechten Weg ist, aber auch der Weg auf der Karte beschreibt einen großen Bogen, um ins Tal zu gelangen.

Zwieselstein sieht man erst, wenn man nur noch etwa 1 Std. entfernt ist. Man steigt nach vielen Wiesen und Weiden in den Wald hinein und relativ steil hinunter. Wenn die Knie schon fast nicht mehr mitmachen wollen, gelangt man endlich auf eine größere Straße, die Richtung Zwieselstein führt.
Leider ist dies auch der Wegverlauf des E5. Man folgt dieser Straße einfach, bis es nicht mehr weitergeht und man an dieser T-Kreuzung rechts abbiegt, um zur DAV Talhütte Zwieselstein zu gelangen. Da dies eine Selbstversorgerhütte ist, kommt immer erst ab 16 Uhr jemand, der die Hütte aufschließt und die Übernachtungsgebühr entgegennimmt.

Hütte ZwieselsteinZwieselstein hat, kommt man früh an, nicht allzu viel zu bieten. Noch nicht einmal ein Supermarkt kann die Wartezeit verkürzen. Zu erwähnen sind höchstens der Zwieselstein, der kurz vor der Brücke aufgehängt wurde und die Villa Kunterbunt mit allerlei Geweih-Trophäen an der Hausfront.

Ansonsten kann man sich hinter der Talhütte gemütlich an die Venter Ache setzen und das Rauschen des Flusses genießen oder nicht ganz so weit laufen und sich auf den Bänken ausbreiten. Die Hütte war dann auch von nur wenigen Fernwanderern belegt. Vielmehr wird die Hütte auch von Kletterschulen etc. genutzt, die sie als "Basisstation" für Tages-Kletterausflüge nutzen. Das Lager ist gemütlich und die sanitären Anlagen sind sauber und sehr geräumig für eine Hütte.
Da es eine Selbstversorgerhütte ist, kann man sich selbst gerne etwas kochen, vorausgesetzt, man hat etwas dabei (nicht nur Knäckebrot und Trockenwurst - supermarkt gibt es ja nicht...). Ansonsten gibt es im Örtchen auch diverse Möglichkeiten, sich verköstigen zu lassen. Gut schmeckt es z.B. beim Brückenwirt, der sehr leckere Pizzen zubereitet.

 Infobox

Etappe 8: Braunschweiger Hütte (2759m) - Zwieselstein (1470m)

Braunschweiger Hütte - Rettenbachjoch - Gletscher - Ötztaler Gletscherstraße - Skigebiet Hochsölden - Zwieselstein

Länge: ca. 18 km
Gehzeit: ca. 6,5 h
Höhenmeter: ca. + 550m / - 1750m
Höhenprofil
Etappe 8 / 13

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