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Etappe 4, Galflunalm – Wiesenhof 

E5Nach der Übernachtung auf der Galflunalm verlassen wir den klassischen E5 und machen uns auf zur Kaunergratvariante. Die Variante zum E5 über den Kaunergrat findet sich ebenfalls im Rother Wanderführer. Sie wird wegen der schönen Aussicht über den Kaunergrat sehr empfohlen. Aber auch mit dem Hinweis, dass es nur für geübte Wanderer sei, da man trittsicher und wirklich schwindelfrei sein müsse. Dieser Weg nimmt vier Tage mehr als die "normale" E5 Variante in Anspruch und ist vom Anspruch wirklich nicht zu unterschätzen.

Doch die heutige Etappe ist erst der Einstieg zum Kaunergrat mit schönem Panoramaweg am Kaunertal entlang. Ab der Galflunalm folgt man nicht dem zunächst offensichtlichem Weg Richtung Straße, sondern klettert über den Zaun auf die Wiese vor der Alm, auf der gestern Abend noch Esel standen. Heute morgen schlafen sie noch. Es folgt ein rutschiger und matschiger, teilweise kaum sichtbarer, Weg hinunter nach Piller - eine kleine Ansammlung von Häusern.

E5 PilzeNach einiger Zeit auf Teerstraße, führt der Wanderweg wieder in den Wald hinein, um sich erneut durch sumpfiges Gelände zum Kaunergrat hoch zu schlängeln. Hier sind zur richtigen Jahreszeit unglaublich viele Mücken unterwegs. Es empfiehlt sich also dort nicht lange stehen zu bleiben, falls man nicht völlig zerstochen werden will.

Spätestens bei der Ankunft am Hochmoor sind die Mücken aber nicht mehr so wichtig. Das Moor ist wunderschön und der Weg ist nun auch nicht mehr so steil. In sanftem Anstieg bewältigt man kleine Wäldchen, Lichtungen und bald gibt sich der Blick frei auf das Kaunertal. Die Aifneralm lädt während der Mittagszeit zur kurzen Rast ein, sodass man gut gestärkt die noch folgenden Stunden mit fast ständigem Blick auf den Kaunertaler Gletscher und das gesamte Kaunertal laufen kann. Zwischen vielen Bäumen passiert man auch immer wieder kleine Bäche, Wiesen und hin und wieder sogar eine einladende Bank.

e5 Panoramaweg
kleine Rast in der Sonne auf dem Panoramaweg

Schon lange vor der Ankunft kann man den Wiesenhof aus der Ferne erahnen. Er liegt viel tiefer als der Panoramaweg auf einer vorspringenden Wiese. Man unterschätzt diese Entfernung jedoch allzu gern. Denn auch wenn man die direkt am Panoramaweg 1962m hoch gelegene Falkaunsalm erreicht hat, sind es bis zum Wiesenhof noch knapp 60 Minuten Gehzeit. Besonders ärgerlich - die gleiche Strecke muss man am nächsten Tag auch wieder zurück.

Kaunertal
Ist das da schon der Wiesenhof...!?

Aber die wunderbar bequeme Logis im Wiesenhof, die nette Wirtsfamilie und das köstliche Essen - zum großen Teil eigene Hoferzeugnisse - lassen einen die Strapazen des Tages ein wenig vergessen.


Kaunergrat Info

Die Wirtin gab auch Auskunft über die Begehbarkeit der weiteren Variante über den Kaunergrat. Da von Anfang an einige Bedenken wegen mancher Steige auf den Höhenwegen bestanden, haben wir die dort Ansässigen um Rat gefragt. Im Endeffekt hat uns das dann dazu gebracht, die Steige schweren Herzens doch auszulassen und eine "gemäßigtere" Alternativroute zur im Rother Reiseführer beschriebenen E5 Variante zu suchen.

Der Steig am Dr.-Angerer-Steig soll nicht so schwierig sein, auch mit Rucksack und ohne jegliche Sicherung. Doch auf der nächsten Varianten-Etappe, auf dem Cottbuser Höhenweg, findet sich die sog. Schlüsselstelle. Nach Berichten zufolge handelt es sich um einen Steintrichter, in den man hinein- und dann wieder hinausklettern muss - und das nicht nur über ein kurzes Stück. Trittstufen seien vorhanden, doch gerade mit Rucksack sei es nicht so einfach und Schwindelfreiheit sei dort oberstes Gebot. Würde dort ein Stein von oben hertunerkommen, könnte er im Ping-pong-Spiel an den Wänden hinabkommen, sodass man wenige Chancen hat, nicht getroffen zu werden. Zudem ist vor ein paar Jahren eine junge Frau dort tödlich verunglückt - aufgrund ihres nach hinten ziehenden Rucksacks.

Wallfahrtsjöchl
Schwere Rucksäcke waren für uns zwar weniger das Problem, aber nach diesen Informationen und der zudem recht unsicheren Wetterlage entschieden wir uns nach ausgiebigem Studium der Wanderkarte dennoch für eine eigene "Variante zur Variante".
Nächstes Etappenziel war nunmehr St. Leonhard im Pitztal mittels Überquerung des Wallfahrtsjöchls auf 2850m.



Variante: Kaunergrat
Die eigentliche und von uns ursprünglich geplante Variante aus dem Rother Wanderführer über den Kaunergrat erfolgt in den Etappen Wiesenhof - Verpeilhütte, Verpeilhütte - Kaunergrathütte, Kaunergrathütte - Braunschweiger Hütte (oder alternativ Kaunergrathütte - Mandarfen, Mandarfen - Braunschweiger Hütte).

 Infobox

Etappe 4: Galflunalm (1960m) - Wiesenhof (1610m)

Galflunalm - Panormaweg über Aifner Alm - Falkaunsalm - Abstieg zum Wiesenhof

Länge: ca. 19km
Gehzeit: ca. 7-8 h
Höhenmeter: ca. + 1200m / - 1500m
Höhenprofil Galflunalm - Wiesenhof
Etappe 4 / 13

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