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Etappe 5, Wiesenhof - St. Leonhard im Pitztal

WallfahrstjöchlNach Kompass Wanderkarte kann man das Wallfahrtsjöchl auf einem laut Karten-Legende "einfachem Wanderweg" überqueren. Der Name des Jöchls stammt übrigens von den Wallfahren welche es früher häufig als Übergang vom Pitztal ins Kaunertal begangen haben. Nach dem schon von gestern bekannten Wegabschnitt zur Falkaunsalm - diesmal im Aufstieg - ändert sich der weitere Weg auf den Wegweisern entgegen der Karte von einem rot zu einem schwarz markiertem Weg und die Überquerung des Wallfahrstjöchls gestaltet sich letztendlich doch etwas schwieriger als gedacht.

Es folgt nach der Falkaunsalm ein Aufstieg von etwa 1000 Höhenmetern bis hinauf zum Jöchl. Der Weg verläuft erst auf sanften nicht all zu steilen Wiesen. Der Weg ist leicht ausgesetzt, an manchen Stellen nur fußbreit - hier sind Vorsicht und Trittsicherheit geboten, auch wenn ein wunderbarer Ausblick ins Kaunertal und auf den Gletscher ablenken wollen. Der Weg lässt sich insgesamt aber gut gehen.

 Kaungergrat Variante
 Grüne Wiesen und schöne Aussichten auf dem Weg zum Wallfahrstsjöchl

Nach vielen überquerten Wiesen folgen größere Geröllfelder. Der Weg ist gut markiert, aber nur einsehbar, wenn man kurz vor der nächsten Markierung steht. Immer höher hinauf geht es, bald wird auch das Geröll kleiner und der Weg noch uneinsichtiger. Es wird nun schwieriger, da das Geröll bei jedem Schritt wegzurutschen droht; zum Vorangehenden sollte man einen "Rutschpuffer" miteinberechnen, sonst bekommt man das Geröll direkt ins Gesicht. Neben Altschneefeldern erwarten einen hier vorwitzige Ziegen und neugierige Murmeltiere. Ein abgebrochener Teleskopstock am Wegesrand zeigt symbolisch auf, dass der Weg zwar abwechslungsreich, aber auch anspruchsvoll ist.

WegweiserDie auf einem Pfeiler per Filzer von 1 auf 1 1/2 Stunden korrigierte Gehzeit sind bis etwa 100 Höhenmeter vor dem Jöchl gut einzuhalten, doch der dann folgende Weg sollte mit Vorsicht, d.h. mit Langsamkeit genossen werden. Die letzten Höhenmeter auf dem  feuchten und porösem Geröll sind nur mit Händen und Füßen zu überwinden. Das Gestein ist absolut porös und jeder Griff sollte zweimal geprüft werden, ehe man sich auf seinen Halt verlässt. Die Wegmarkierungen lassen einen aber auch hier nicht im Stich, aber man fragt sich, ob das noch Wanderweg oder Kletterpassage ist. Mit schwerem Rucksack ist der Abschnitt auf jeden Fall nicht ganz ungefährlich; außerdem steigt gleichzeitig die Sorge um den Abstieg auf der anderen Seite.

WallfahrstjöchlNachdem man schmutzig und geschafft oben auf dem Wallfahrtsjöchl eine kurze (bitte festhalten!) Verschnaufpause eingelegt hat, folgt der Abstieg, den man - wie bereits erwartet - wirklich langsam und vorsichtig angehen muss. Das Gestein ist nicht so brüchig, wie auf der Kaunertaler Seite, und doch geht es recht steil hinab. Eine alte Eisenkette hilft an einer Stelle, ansonsten muss man sich wieder mit Händen und Füßen langsam  und vorsichtig vorarbeiten. Bald wird der Weg wieder "gehbar", man muss jetzt nur noch darauf achten, dass man beim Geröll nicht wegrutscht, doch der Weg ist nicht mehr stark ausgesetzt. Insgesamt kostet die Überwindung des Jöchls jedoch einige Zeit und auch etwas Mut.

Gefühlte drei Stunden läuft man dann über ein großes Geröllfeld, in dem die Wegmarkierungen teilweise gar nicht gut zu erkennen waren - hier merkt man, dass man von einer Zuständigkeitsstelle zur anderen gelaufen ist - waren die Markierungen im Kaunertal auch an schwierigen Stellen frisch und gut zu erkennen, so sind hier im Geröllfeld im Pitztal sogar unterschiedliche Varianten des Weges, ältere wie neuere Markierungen zu sehen. Doch da man im Grunde nur auf den Talausgang zusteuert, findet man den Weg auch ohne Markierungen.

Ein Tipp an dieser Stelle: haltet euch am linken Talkessel, auch wenn ihr eigentlich später rechts abbiegen wollt. Geht man schnurstracks geradeaus über das Geröllfeld, kommt man bald nicht mehr weiter, weil eine kleine Schlucht, von oben nicht erkennbar, den Wegverlauf stört.

Kaunertal
Nach dem Aufstieg wird es endlich mal Zeit für eine Pause

Lässt man die letzten dicken Gesteinsbrocken hinter sich, kann man am Bach eine kleine Pause einlegen. Ein einsamer Wegweiser zeigt einem nun auch den weiteren Weg auf. Über einen kleinen Kamm und vorbei an einer Schäferhütte beginnt der Abstieg ins Pitztal. Hier begegnen einem auch bald ein paar Tagesausflügler. Durch hohe Farne und Büsche schlängelt sich der Weg hinab bis zur Tiefentalalm, an der man sich noch einmal stärken kann, bevor noch eine weitere Stunde Abstieg folgt.

Wasserfall St. LeonhardAuf dem Weg nach St. Leonhard im Pitztal passiert man einige Wasserläufe und auch einen großen Wasserfall, nahe dem sich der Wanderweg steil am Fels entlang schmiegt. Kommt man endlich aus dem Wald hinaus, muss man nur noch ein Gatter und eine Wiese passieren und man steht genau in der Dorfmitte von St. Leonhard.

Auch für unangemeldete Gäste gibt es hier grundsätzlich so gut wie immer einen günstigen Schlafplatz mit leckerem Früchstücksbuffet, wie etwa in der Pension Haid. Hier wird man auch - schmutzig und verschwitzt - nach einer 10-stündigen Wanderung freundlich empfangen.
Doch leider wird man scheinbar nicht überall als Wanderer freundlich aufgenommen, obwohl man annimmt, dass es in solch einer Wanderregion zum guten Ton gehöre. Nicht weit entfernt wurden wir bei unserer ersten Anfrage im Ort in einer größeren Pension zunächst - trotz "Zimmer Frei" Schild am Ortseingang - nach einige "Hin- und Her" unter den Mitarbeitern mehr oder weniger freundlich abgewiesen...

Tipp
In offiziellen Pensionen im Pitztal und einigen anderen Regionen ist im Preis der Übernachtung übrigens während der Aufenthaltsdauer zugleich ein kostenloses Busticket für die Region enthalten. Also bei Bedarf  auf jeden Fall den Gästeausweis ausfüllen. So kann der müde Wanderer sich am nächsten Tag entscheiden, ob er bis Mittelberg zu Fuß laufen möchte oder sich in den kostenlosen Bus setzt.

Wallfahrstjöchl
Wallfahrtsjöchl erfolgreich bezwungen

 Infobox

Etappe 5: Wiesenhof  (1610m) - St. Leonhard im Pitztal (1366m)

Wiesenhof - Aifner Alm - Wallfartsjöchl - Tiefentalalm - Pitztal  - St. Leonhard im Pitztal

Länge: ca. 18km
Gehzeit: ca. 9 h
Höhenmeter: ca. + 1200m / - 1500m
Höhenprofil Wallfahrsjöchl
Etappe 5 / 13

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2 Kommentare:

  1. Hallo Marcel,
    danke für den schönen Bericht und die tollen Tipps!

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  2. Freut mich wenn es gefällt, ein paar Teile stehen ja noch an und vielleicht gibt es am Ende nen kleinen "Mini-Reiseführer" für Interessierte als PDF.

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