ads

Etappe 9, Zwieselstein - Moos

Timmelsjoch Himmelsleiter
Himmelsleiter am Timmelsjoch
Italien wartet von Zwieselstein nur drei Gehstunden und etwa 1000 Höhenmeter entfernt. Trotzdem ist es keine leicht zu bewältigende Strecke, nicht nur wegen der Höhenmeter wegen, sondern weil sich der Weg zunächst auch schier unendlich die steile Passstraße entlang zieht.

Nachdem man sich durch Zwieselstein hindurchgezwieselt hat, folgt man dem E5 eine kleine Straße hinauf, die sich dann im dichter werdenden Wald bald in einen Pfad verliert. Der tapfere Wanderer läuft diesen weiter entlang, bis der Wald sich wieder lichtet und sich die Umgebung in eine immer karger werdende verwandelt. Stetig geht es bergauf und stetig neben der Passsraße her. Das kleine Bächlein, das verträumt neben dem Wanderweg herplätschert, kann den Wanderer aber nicht komplett überzeugen, dass dieser Streckenabschnitt ernsthaft Spaß macht. Reise- und auch Linienbusse werden nicht nur einmal mit sehnsüchtigen Blicken bis zur nächsten Serpentine verfolgt. Der Wanderer erfährt kaum landschaftliche Abwechslung, denn entweder schaut er bergauf - karg, oder bergab - karg. Keine Weitsicht lässt das Herz höher schlagen, nur die schwarze Straße hebt sich farblich aus der Landschaft hervor.

Irgendwann kommt man dann auch oben am Timmelsjoch auf 2509m an und kann sich eines wunderbaren Weitblicks und des Kulturparks erfreuen, der zur österreichisch-italienischen "Freundschaft" eingerichtet wurde.

 E5 Timmelsjoch
Zwei Stühle an der italienisch-österreichischen Grenze - Nur für Sitzriesen!

Info: Timmelsjoch

E5 GrenzeDas Thema "Grenze" ist hier oben am Timmelsjoch allgegenwärtig. Zwei übergroße Stühle beispielsweise sind so platziert, dass der eine noch in Österreich steht und der andere schon in Italien. Eine Skulptur in Form einer Himmelsleiter zeigt, wie nah man hier oben dem Himmel ist und ein metallenes Fernrohr trägt die Inschrift "Mit Blick bis zum Mittelmeer". Wer seinen Spieldrang noch nicht verloren hat, kann sich hier gut und gerne eine Stunde aufhalten und erst dann den Abstieg beginnen.

Zu erwähnen sei hier noch das Mini-Museum direkt an der Grenze, das eher einem futuristisch fehl platzierten Koloss entspricht als einem 1-Raum-Museum. Es ist kostenlos und man kann sich die Geschichte zur Entstehung Österreichs höchster Passtraße anschauen.

 E5 Timmelsjoch
Kann man es schon sehen?

Timmelsjoch Kulturpark
Bäume gibt es hier scheinbar auch oberhalb der Baumgrenze...

Doch bald sehnt sich der Wanderer wieder nach Freiluft und folgt dem von nun an zweisprachigen Wegweisern hinab in den Naturpark Texelgruppe. Erst steil, dann immer sanfter schlängelt sich der Wanderweg über Wiesen und neben Blaubeerbüschen den Berg hinab - hier kann man ohne Gefahr recht zügigen Schrittes gehen (will man die Zeit des Wanderführers einhalten).

Rabenstein´Bald trifft man auf immer mehr Zäune und kleine Häuseransammlungen, eine Schotterstraße ersetzt den Wanderweg und führt schließlich in das Örtchen Rabenstein hinein. Der E5 folgt nun der einzigen Straße im Dorf und quält damit die müden Füße mit harter Teerstraße. Doch die hübschen Häuschen mit ihren opulenten bunten Blumenkästen und die kleine weiß verputzte Kirche lassen einen gern die Augen von der Straße heben. Empfohlen wird besonders auf kulinarischer Ebene der "Gasthof Rabenstein", dessen landestypisches Gebäude rechts am Wegesrand liegt und immer gern von hungrigen Wanderern besucht werden darf.

Die Stärkung dort braucht man, will man sich über den Rest des Weges wenigstens einigermaßen freuen. Der E5 folgt nun einiger Zeit wieder der Straße (gar nicht amgenehm in der Mittagssonne...) und windet sich dann bald auf Schotterwegen neben einem Wildwasserfluss entlang. Eigentlich ist die Strecke recht nett, aber da der Fluss aktuell (Stand August 2010) eingedämmt wird und die Landschaft drum herum stark mit beeinflusst wurde, hat man das Gefühl an einer ewigen Baustelle entlangzulaufen. Die einzige positive Abwechslung ist dabei kurz vor Moos ein privater Fischteich, an dem ein paar Bäume Schatten spenden und zur Rast einladen. Danach kann der "Endspurt" der heutigen E5 Etappe nach Moos ins Visier genommen werden.

MoosDass man in Moos im Passeiertal ankommt, wird einem durch einen etwa 3m hohen, militärisch anmutenden Gitterzaun präsentiert - bis man herausfindet, dass es sich nur um ein Wildgehege handelt und man trotz meterhohem Zaun wirklich willkommen ist. Nur in den tiefsten Ecken des Geheges sieht man hier einige Bewohner des Wildparks, da sie es in der Mittagszeit vorziehen lieber im Schatten, zu dösen.

Noch ein letztes Mal muss man einen Fels umrunden und darf dann das Tagesziel, Moos in Passeier, betrachten. Ein paar mehr Häuser als in Rabenstein, sogar eine regelmäßig verkehrende Buslinie gibt es hier. Dazu zwei Supermärkte (bitte Mittagspause beachten), eine Kirche, einen Frischmilchautomaten, eine Tankstelle, ein kleines Industriegebiet und ein paar Restaurants, Cafés und Pensionen. Sogar eine Touristenauskunft findet man hier.

Info: Bunker Mooseum
In Moos gibt es außerdem das sog. Bunker-Mooseum. Es handelt sich um einen Bunker aus den 1940ern, der nicht komplett fertig gestellt wurde. Heute dient er dazu, die Flora und Fauna der Region vorzustellen, vor allem des Naturparks Texelgruppe, und auch auf die geschichtlichen Hintergründe der Bunkererbauung einzugehen. Dieser wurde durch einen Glasturm erweitert, der den Eingangsbereich darstellt. Ein spannendes kleines Museum in einem extravaganten Ambiente. Am Felsen, in den der Bunker hineingebaut wurde, kann man abends Kletterer beobachten, die im Licht der letzten Sonnenstrahlen konzentriert ihre Routen klettern.

Milchautomat
Milch-O-Mat
Übernachten kann man in Moss zum Beispiel im Café Maria. Ein gemütlicher Familienbetrieb mit angeschlossenem Cafe und Pizzeria. Es gibt auch noch andere kleine Pensionen in Moos, bei denen man bestimmt auch ohne Voranmeldung übernachten kann, doch wurden von jenen keine Kontaktdaten im Internet gefunden. Allerdings sind schon einige Kilometer vor Moos in regelmäßigen Abständen diverse Übernachtungsangebote für E5 Wanderer an Bäumen und Steinen angeschlagen.

Am nächsten Tag geht es dann vom beschaulichen Moos wieder in die Berge weiter zur Pfandler Alm.
 Infobox

Etappe 9: Zwieselstein (1470m) - Moos (1007m)

Zwieselstein - Timmelsjoch - italienische Grenze - Rabenstein - Moos

Länge: ca.  22 km
Gehzeit: ca. 7-8 h
Höhenmeter: ca. + 1000m / - 1500m
Höhenprofil
Etappe 9 / 13

» Links
<< Etappe 8: Braunschweiger Hütte - Zwieselstein Etappe 10: Moos Pfandler Alm >>

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

 
Top