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Outdoor Wasseraufbereitung mit UV-Licht

Steripen Classic Durch die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht lässt sich Wasser relativ zuverlässig entkeimen und trinkbar machen. Der batteriebetriebene Steripen Classic nutzt diese Variante der Wasseraufbereitung durch ein spezielles UV-Leuchtmittel und ermöglicht damit eine unkomplizierte Form der Wasseraufbereitung für unterwegs.

Eigentlich ein alter Hut für Survival Profis, eine transparente Flasche oder Plastiktüte mit grob vorgefiltertem Wassser aus Bächen, Seen etc. füllen, in die Sonne legen, abwarten und nach einigen Stunden sollte das Wasser weitgehend keimfrei und trinkbar sein (Stichwort: SODIS). Auch die modernen Wasserwerke machen eigentlich nichts anderes, nur das man hier auf starke UV-Lampen, statt purer Sonnenkraft setzt. So war es wohl nur eine Frage der Zeit bis jemand diese beiden Konzepte vereint und einen einfach zu bedienenden UV-Licht Wasserfilter für den OutdoorEinsatz auf den Markt bringt.

Bekanntester Vertreter unter den outdoor tauglichen UV-Licht Wasserfiltern ist der schon seit einigen Jahren erhältliche Steripen. Die Steripen Modellpalette umfasst inzwischen verschiedene Varianten von UV-Licht Filtern die sich hauptsächlich hinsichtlich Baugröße und Energieversorgung unterscheiden. So gibt es recht kompakte Batterie- und solarbetriebene Modelle, aber auch Varianten mit Dynamo für größere Gruppen oder den eher stationären Einsatz.

Genauer angeschaut habe ich mir das mit 4 AA Mignon Batterien betriebene Modell Steripen Classic.

» Eckdaten

Steripen Classic
  • Größe: 19 cm x 3,8 cm
  • Gewicht: ca. 100g bzw. 200g mit Akkus
  • Technik: Entkeimung durch UV-Licht 
  • Lebensdauer:  ca. 4000-8000 Liter
  • Filterleistung: 0,5 -  1l je Durchgang ~ 30 Sek. - max. 100l pro Batteriesatz
  • Stromversorgung: 4 AA Batterien oder Akkus
  • Zubehör: div. Vorfilter, Solar Leadegerät
  • Preis: 70€ - 100€ - Steripen kaufen bei den Bergfeunden
Steripen Wasserfilter
Wasseraufbereitung mit dem Steripen Classic

» Steripen Erfahrungen

Stromversorgung und Filterleistung

Steripen BatterienDer Steripen Classic benötigt zum Betrieb 4 der relativ weit verbreiteten AA Batterien, womit eine Aufbereitung von etwa 100 Liter Wasser möglich sein soll. Diese Menge erreicht man jedoch nur mit hochwertigen Lithium Batterien oder allenfalls guten NiMH Akkus wie den Sanyo Eneloops (am besten Eneloop XX), aber auch hier muss die reale Filterleistung wohl noch unten korigiert werden. Normale Alkali Batterien sind aufgrund der schnell sinkenden Batteriespannung im Steripen nicht zu empfehlen und verweigern schon nach wenigen Filtereinsätzen ihren Dienst.

Die Lebensdauer der UV-Lampe ist mit ca. 8000 Entkeimungsvorgängen (ca. 4000-8000 Litern) angegeben, was wohl deutlich über der Kapazität eines Kohlefilters, aber etwas unter der Lebensdauer einer besseren Keramikfilterkerze liegt und erstmal für eine ganze Reihe Touren ausreichen dürfte.

Steripen UV Licht
hübsche Lampe...
Allerdings besteht beim Steripen auch immer die Gefahr bei Unachtsamkeit das empfindliche Leuchtmittel durch mechanische Einwirkung zu zerstören, vorsichtiger Umgang mit dem Steripen ist also Pflicht.
Für den Transport sollte in jedem Fall die mitgeliefert Schutzkappe aufgesteckt und der Steripen in der gepolsterten Neoprenhülle verwahrt werden.

Während eine verbrauchte oder beschädigte Filterkerzen im konventionellen Keramik- oder Kombifilter problemlos ausgetauscht werden kann, ist der Steripen bei defektem Leuchtmittel ein Fall für den Elektroschrott. Besonders nachhaltig ist das leider nicht, aber 4000 Liter muss man ja auch erstmal trinken....

Bedienung

Die Bedienung des Steripen ist recht simpel. Batterien einlegen, Steripen ins Wasser, Knopf drücken, evtl. etwas umrühren und ca. 50 (0,5l) bzw. 90 (1,0l) Sekunden abwarten. Der Steripen arbeitet nur, wenn die UV-Lampe bzw. Kontaktflächen am Schaft völlig von Wasser bedeckt sind und schaltet sich nach dem Entkeimungsvorgang selbstständig ab. Eine kleine Kontoll LED gibt dabei Hinweise zum aktuellen Status des Steripen. Dadurch werden die Batterien geschont und fehlbedienung ist ebenfalls weitgehend ausgeschlossen.

SteripenAllerdings muss stets ein passendes Gefäß bzw. Trinkflasche vorhanden sein und auch die Wassermenge muss richtig dosiert werden. Hier empfiehlt sich eine 0,5 bis 1 Liter Weithalsflasche in die der Steripen leicht eingetaucht werden kann. Aber auch mit den meisten PET Flaschen kann der Steripen durch den wie einen Korken wirkenden gummierten Schaft genutzt werden. Bei größeren Behältnissen besteht eventuell die Gefahr einer zu niedrigen Dosierung.

Sinnvoll ist, dass ein einzelner Knopfdruck die Dosierung für einen Liter startet, um nicht aus versehen zu niedrig zu dosieren. Leider besteht keine Indikationsmöglichkeit für den Erfolg des Entkeimungsvorgang, d.h. man muss schon vertrauen in die Technik haben.

Auch wenn die Dosierung und Handhabung des Steripen in Verbindung mit einer Trinkflasche für eine Einzelperson bzw. kleine Gruppe denkbar einfach ist, wird die Entkeimung größerer Mengen Wasser durch die Beschränkung auf max. 1 Liter pro Entkeimungsvorgang aber doch sehr umständlich.

Bemerkungen und Grenzen

WasseraufbereitungGenau genommen ist der Steripen ja kein echter Filter, sondern eignet sich  nur für die Aufbereitung von optisch klarem aber eventuell durch Viren und Bakterien belastetem Wasser. Demnach ist man zwingend auf einen zusätzlichen Vorfilter angewiesen. Denn die Filterleistung des Steripen nimmt in trübem Wasser deutlich ab, da die abgegebenen UV-Strahlen durch eventuelle Schwebeteilchen nicht immer überall gleichmäßig wirken können. Im Zweifel genügt hier auch eine Socke oder ein feines Sieb, noch besser verwendet man aber den tlw. mitgeliefertern bzw. optionalen Steripen Vorfilter.

Im Gegensatz zu chemischer Wasseraufbereitung durch Tropfen und Tabletten wird der Geschmack des Wasser bei Einsatz des Steripens nicht negativ verändert, andererseits wird aber auch keine geschmackliche Verbesserung durch die UV-Bestrahlung erreicht. Auch bei chemischer Verunreinigung stößt der Steripen an seine Grenzen, hier ist nach wie vor ein mechanischer Kombifilter mit Keramikkerze und Aktivkohle die bessere Wahl.

» Fazit

Ob der Steripen die richtige Ausrüstung für die Wasseraufbereitung auf Tour ist, hängt von der Region und der Art der Reise ab. Die Vorzüge des Steripens liegen jedenfalls in der einfachen Handhabung und der relativ zügigen Entkeimung. Ein Batteriesatz reicht meist für den Wasserbedarf von zwei Personen auf einer zweiwöchigen Tour. Zudem sind die Anschaffungs- und Folgekosten für die nur gelegentliche Nutzung relativ gering. Ein zusätzlicher Vorfilter ist aber in jedem Fall zu empfehlen.

Steripen WasseraufbereitungAn seine Grenzen stößt der Steripen jedoch bei chemischen Verunreinigungen und bei ausgedehnten Touren ohne Stromversorgung und Batterienachschub. Auch für den regelmäßigen Langzeitgebrauch oder die Wasserversorgung von großen Gruppen ist ein Pumfilter mit Keramik- und/oder Kohlefilter meist die bessere und auch günstigere Wahl.

Da man mit dem Steripen keine Geschmacksverbesserung erreicht und ebenso trübes Wasser immer vorfiltern sollte, stehen sich ultraleicht Wanderer meist mit chemischer Wasseraufbereitung a la Aquamira und Micropur Forte besser. Das relativ neue Modell und nur 70g leichte "Steripen Freedom" (plus Solarlader) könnte hier aber auf längeren Touren eventuell die Karten neu mischen.

Der Steripen könnte neben dem klassischen outdoor Gebrauch außerdem auch für Fernreisende interessant sein. Strom und Batterien sond dort meist ja problemlos erhältlich, jedoch hat das Leitungswasser auch in Hotels und Pensionen dort nicht immer die Qualität mit dem der Magen eines durchschittlichen Europäers zurecht kommt.
Der Steripen kann hier gute Dienste gegen eventuelle Bakterien, Viren und Pilze leisten. Chemische Verunreinigung ist im Leitungswasser ja meist weniger Thema.

Steripen Classic
Steripen Wasserfilter mit Zubehör

» Streipen Classic pro und contra

+ mid -
  • Wirksam gegen Bakterien, Viren, Pilze und Protozoen
  • rel. geringe Betriebskosten bei Verwendung von Akkus
  • schnell: 1 Liter in ca. 1,5 Min.
  • einfache Handhabung und Reinigung
  • keine geschmackliche Verbesserung, jedoch auch keine negative Beeinträchtigung
  • begrenzte Lebensdauer ca. 4000-8000 Liter
  • nur spritzwassergeschützt
  • Vorfilter bei trübem Wasser notwendig
  • Abhängigkeit von Batterien und Akkus
  • große Mengen Wasser aufbereiten ist umständlich
  • Leuchtmittel nicht austauschbar
  • nicht Wirksam gegen chemische Verunreinigung

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