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Ultraleichtes Edel-Luftbett

Therm a Rest NeoAir XLiteAnfang 2009 läutete der Urvater aller selbstaufblasenden Isomatten Therm-a-Rest mit der NeoAir eine neue Ära ultraleichter Matratzen ein. Persönlich konnte mich das noch nicht von der bewährten Kombination aus kurzer und langer Isomatte abbringen - Eindruck hat die Ansage von damals mit rund 400 g bei 6 cm Liegekomfort aber trotzdem gemacht. 2011 hat Exped mit der SynMat UL Serie dann nachgezogen und ebenfalls eine ziemlich leichte Luftmatratze auf den Markt gebracht die in Sachen Isolationsleistung bei ähnlichem Gewicht zur NeoAir sogar nochmal einen drauf legen konnte und gleich den Outdoor Industry Award in Gold abgeräumt hat.

Inzwischen hat Therm-a-Rest die ursprüngliche NeoAir mehrfach überarbeitet und in verschiedenen Modellvarianten wie z.B. NeoAir Trekker, Camper, All Season, XTherm usw. auf den Markt gebracht. Mit der absolut ultraleichten NeoAir XLite bin dann auch ich endgültig schwach geworden und habe die "leichteste Luftmatratze der Welt" für einige Zeit ausprobiert - 350g für weich gebetteten Schlaf waren einfach zu verlockend.

Eckdaten

Hersteller: Therm a Rest (Cascade Designs) NeoAir XLite
Modell: NeoAir XLite
Maße: 183 x 51 x 6,3 cm
Gewicht: 350 g (regular)
Details:
  • Packsack 
  • Repair Kit
  • R-Wert 3,2
Einsatzbereich:         Ultraleichte Isomatte
Preis: UVP 149,95 EUR 

NeoAir X-Lite

Die Faktenlage

War das Material der ursprünglichen NeoAir schon dünn, so ist der Oberstoff der NeoAir XLite nur noch ein Hauch von nichts, ja sogar so wenig, dass man glatt durchschauen kann; das 30D Nylon Material ist sogar leicht transparent.
Ein Reapir Kit gehört nun schon standardmäßig zum Lieferumfang. Eine schnelle Reparatur ist im Fall der Fälle also auch unterwegs möglich. Aber ist das schon ein Omen zur allgemeinen Haltbarkeit oder das Mindeste was man bei dem aufgerufenen Preis von fast 150 € verlangen kann? Immerhin liegt der Preis für einen Zentimeter NeoAir XLite inzwischen bei mehr als 0,80 €. Nicht wenig für ein bisschen Luft zwischen Stoff und Aluminium-bedampften Trennstegen.

  NeoAir XLite

Die Matte ist meine Erachtens jedenfalls nichts zum sorgenfreien drauf rum lümmeln unter freiem Himmel, ohne Unterlage; zu groß ist die Gefahr, dass man außerhalb des Zeltes durch Steine, spitze Zweige, Tannennadeln oder Ähnliches ein Loch in der Matte zu riskieren. Auch lässiges ins Bett fallen lassen oder anderes "Getobe" sollte man aus Rücksicht auf die schmalen Nähte wohl eher vermeiden.
Das viel zitierte "Knistern" der NeoAirs ist ebenfalls auch mit der XLite noch immer wahrnehmbar. Und zu allem Überfluss muss man dies Matte auch immer noch mühsam per Lungenkraft aufblasen.

Warum kaufen?

NeoAir XLiteAlso warum sollte man sich die NeoAir XLite überhaupt zulegen? 
Ganz einfach: sie ist mit 350g auf 183 cm Liegelange konkurrenzlos leicht und lässt sich auch noch winzig klein auf etwa das Maß einer Getränkedose zusammenrollen. Da in den NeoAirs kein Schaum verwendet wird, ist das Zusammenrollen ein Vielfaches leichter und schneller als bei anderen selbstaufblasenden Matten. Für ultraleicht Touren mit kleinem Gepäck ideal. Dazu ist die NeoAir auch noch richtig bequem. Gerade die quer laufenden Luftkammern mit der so genannten "core-matrix" geben der Matte Stabilität und sind den meisten aufblasbaren Matten mit Längskammern  in Sachen Liegekomfort absolut überlegen. Wer schon mal auf einer schaukeligen Luftmatratze geschlafen hat, weiß den Unterschied zu schätzen.
Zudem reicht das Einsatzspektrum der Therm a Rest NeoAir XLite mit einem R-Wert von 3,2 locker bis an den Gefrierpunkt und kann damit auf allen Touren von Frühjahr bis Herbst verwendet werden. Es ist wirklich bemerkenswert was die Jungs und Mädels von Therm a Rest an Isolation aus ein bisschen Alu-bedampfter Folie heraus geholt haben.

Das Knister Kapitel

Das Knistern und Rascheln des durchaus gewöhnungsbedürftigen Oberstoffes bleiben Thema und könnten für den ein oder anderen zum Ausschlusskriterium werden. In der Praxis kann man damit aber gut leben. Subjektiv ist das Rascheln  im Vergleich zum Vorgänger weniger geworden und bei ordentlich mit Luft gefüllter Matte nimmt man im Schlafsack davon so gut wie nichts wahr. Als Kissenschläfer ohnehin nicht. Etwaige Mitschläfer im Zelt nehmen hier vielleicht eher am allgemeinen Knarzen zwischen Schläfer, NeoAir und Untergrund Anstoß, aber das trifft je nach Materialien auch auf andere Matten zu. Der Außenstoff hinterlässt vielleicht kein schmeichelndes Hautgefühl, aber im Schlafsack spielt das so gut wie keine Rolle. Dafür erweist sich die spezielle Oberflächenbeschichtung vor allem beim Nächtigen in Abschüssiger Liegeposition als erstaunlich rutschhemmend.

NeoAir XLite Material
NeoAir XLite Oberfläche
 
Pustefix

Gegen Atemnot beim aufpusten und Feuchtigkeit in der Matte kann man immerhin mit diversem Zubehör für die NeoAirs ankämpfen, das haut zwar noch ein größeres Loch ins ohnehin schon geschröpfte Portemonnaie, aber dafür sind die Lösungsansätze von Therm-a-Rest immerhin kreativ: So gibt es ein batteriebetriebenes Mini-Gebläse (Mini Pump, 65 g, 2x AAA) und einen Ventiladapter (AirTap, 15 g ) der jede beliebige Tüte oder Packsack zum Blasebalg macht. Wer Luft und Zeit für 2-3 Minuten hat, schafft es allerdings auch problemlos nur mit dem Mund die Matte aufzupusten.

Fazit

NeoAir XLite IsomatteInsgesamt muss jeder selbst sein Fazit zu dieser speziellen Matte ziehen. Die NeoAir XLite lotet die Gewichtsgrenzen von aufblasbaren Isomatten neu aus und wird Ultraleicht Wanderern die den Euro nicht scheuen und maximalen Schlafcomfort suchen wahrscheinlich gut gefallen. Diejenigen wissen normalerweise ohnenhin sorgsam mit ihrer oft empfindlichen ultraleicht Ausrüstung umzugehen. Auch die Frage ob eine Matte in kurzer oder langer Ausführung wird bei der NeoAir XLite fast obsolet, bei dem Gewicht kann man schließlich auch als gewichtsbewusster Wanderer ruhig mal in die Vollen (Längen) gehen ;-)

Wer allerdings Heavy Duty Ausrüstung sucht oder - in diesem speziellen Fall - auch nur durchschnittliche Belastbarkeit erwartet, könnte von der NeoAir XLite, vor allem in Anbetrachtet des hohen Preises, enttäuscht werden.

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