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Universeller Messerschärfer im Test

Spyderco SharpmakerUm Messerschärfer und den perfekten Schliff ranken sich viele Mythen und Meinungen. Der eine setzt auf Handarbeit am Stein, der andere auf den flinken Bandschleifer und wieder andere auch auf  mystische Keramik-Diamant-XYZ-Wunderschleifdinger. Dazwischen gibt es sicher auch noch 1001 andere Methoden Stahl zu missbrauchen oder ein Messer wieder scharf zu bekommen.

Unter den vielen Messer-Schärfgeräten für daheim ist der Sypderco Sharpmaker schon lange im Geschäft und sicher längst kein Geheimtipp mehr, aber das System ist simpel und funktioniert - Grund genug dieses einmal genauer vorzustellen.

» Spyderco Tri-angle Sharpmaker

Der Sharpmaker eignet sich zum Material schonendem Schärfen von Klingen aller Art. Die spezielle Konstruktion ermöglicht die Nutzung für Messer und Werkzeuge mit unterschiedlichsten Klingentypen. Sogar das Schärfen von Scheren, Angelhaken oder Nagelknipsern ist mit dem Sharpmaker möglich. Bei regelmäßiger Anwendung lässt sich bei Messern eine gute Gebrauchsschärfe erhalten die wahrscheinlich bereits über das Maß der Durchschnitts-Küchenschublade hinaus geht.

Besonders empfehlenswert ist das System aber vor allem durch seine kompakten Maße und die unkomplizierte Anwendung ohne Wasser und Öl etc,  die auch Anfängern einen schnellen Erfolg mit guten Resultaten beschert.

» Material und Aufbau

Das Sharpmaker Prinzip basiert auf einem stabilen Kunststoffsockel der verschiedene Einschübe für spezielle Dreikant-Keramik-Schleifstäbe bietet. Zum Lieferumfang gehören zwei 17,5 cm lange Steinpaare mit unterschiedlicher Körnung. Ein graues Paar mit ca. 1000er Körnung für den moderaten Vorschliff und zwei weiße Steine (ca. 2500er Körnung) für den Feinschliff. Optional sind auch noch weitere Körnungen bzw. eine Diamant-beschichtete Steinvariante für größeren Abtrag erhältlich.

Sharpmaker Messerschärfer
Sharpmaker: Kompakt verpackt, zahlreiche Schärfmöglichkeiten
Für das Schärfen von Messern lassen sich die Stäbe in zwei verschiedenen Grundwinkeln von 30° und 40° im Sockel positionieren, die dreikantige Form ermöglicht zudem den Schliff auf der Kantenspitze oder der flachen Seite.  Darüber hinaus sind noch einige weitere Positionen für das Schärfen anderer Werkzeuge möglich.

Zwei Metallstäbe können zur Sicherheit hinter den Steinen eingesetzt werden und schützen beim versehentlichen Abrutschen die Hände und Finger.

» Messer Schärfen...

Für typische Gebrauchsmesser (EDC, Taschenmesser, Outdoor, Küchen-Allrounder...) bietet sich in den meisten Fällen die 40° Position (also 20° an jeder Klingenseite) der Stäbe an. Dabei empfiehlt Spyderco das Vorgehen in 4 Schritten a 20 Zügen:

Schritt 1

Zunächst werden die "groben" grauen Steine mit der spitzen Kante zur Mitte hin in der Kunsstoffhalterung ausgerichtet und das zu schärfende Messer mit leichtem Druck von oben nach unten, abwechselnd links und rechts entlang der Schleifstäbe geführt; fast so als wolle man hindurch schneiden. Krafteinsatz ist zu vermeiden. Der Schleifwinkel ist durch die Stäbe vorgegeben, wichtig ist also nur das Messer während des Führens in möglichst senkrechter und gerader Position zu halten. Das gelingt leichter, wenn man den Daumen auf den Klingenrücken legt.

Sharpmaker Anleitung
In vielen gleichmäßigen Zügen zum Ziel... bzw. scharfem Messer

Schritt 2

Nach 20 Zügen auf beiden Seiten werden die Steine gedreht und die Klinge mit weiteren 20 Zügen an der flachen Steinseite vorbei geführt.

Schritt 3 & 4

Für ein scharfes Ergebnis wiederholt man das ganze Prozedere dann noch einmal mit den feinen, weißen Stäben.

 ... und mehr

Auch das Schärfen anderer Werkzeuge (Beil, Meißel, Zangen, Nagelknipser, Elektromesser...) oder Messern mit speziellen Schliffen wie Recurve Klingen oder bissiger Wellenzahnung ist mit dem Spyderco Sharpmaker grundsätzlich möglich.

Sharpmaker Schärfmöglichkeiten
Der Sharpmaker schleift durch variable Steinpositionen fast alles
Die reich bebilderte Anleitung und die beiliegende DVD gibt hierzu viele hilfreiche Tipps und erklärt die möglichen Anwendungsszenarien und Steinpositionen.

Wichtige Hinweise 

Das eben geschilderte Vorgehen kann je nach zu schärfendem Messer oder Werkzeug in der Praxis durchaus abweichen. Vor allem wenn neue oder auch schlimm zugerichtete Klingen zum ersten Mal an den Sharpmaker geraten. Nicht immer passt hier der durch den Sharpmaker vorgegebene Winkel und man muss man dem Messer diesen erst (mühsam) "aufzwingen" - das kann lange dauern oder man muss sich doch nach einer anderen Methode umschauen.

Auch der Sharpmaker vollbringt keine Wunder und kein Ersatz für den grundlegenden Schliff am Schleifstein oder -band.
Denn für einen vollständigen Grundschliff oder die komplette Umänderung eines Schliffs braucht es mit dem Sharpmaker schon etwas mehr als Geduld und viele, viele, viele... Züge. Eine völlige verhunzte und zugerichtete Klinge sollte also zunächst wieder fachmännisch aufbereitet und an den notwendigen Winkel angepasst werden. Für die Zukunft kann dann aber zusammen mit dem Sharpmaker die Schärfe sicher lange Zeit aufrecht erhalten werden - ist halt nur ein Schärf- und kein Schleifgerät.

» 7 Sharpmaker Tipps

* Überzeugt nach dem ersten Durchgang das Schärfergebnis noch nicht, einfach die Frequenz erhöhen bzw. mehr Wiederholungen einbauen. Stähle sind unterschiedlich zäh und wie bereits geschildert passt der Winkel gerade am Anfang oft noch nicht zu 100%. Mit den groben (optionalen) Diamantsteinen lässt sich der Weg zum Ziel beschleunigen, manchmal führt aber auch kein Weg am konventionellem Schleifstein vorbei.

* Wer partout nicht an den Stein will oder sich die teuren Spyderco Diamantsteine ersparen will kann sich mit folgendem Trick zumindest provisorisch behelfen: Diamantplatte an den Stäben ausrichten oder alternativ Schleifpapier drumherum wickeln. So kann man höheren Abtrag erreichen und trotzdem den Winkel einigermaßen einhalten.

Sharpmaker Tuning
Sharpmaker Tuning: Provisiorium mit Diamantplatte
* Manche Klingengeometrie passt einfach nicht zum Sharpmaker. Zwar lässt sich mit den Stäben oft"Freihand" noch etwas rausholen, aber bei z.B. balligen Schliffen sollte man dann doch zu einer anderen Schärfmethode greifen.
Auch "exotische" Winkel haben manchmal ihre Berechtigung (besondere Küchenmesser, Rasiermesser, grobe Werkzeuge...), hier muss und sollte man nicht zwangsläufig auf Teufel komm raus auf das Spyderco System umschleifen.

* Um Messerspitzen nicht versehentlich abzurunden, sollte man vor allem bei der Bewegung über die schmalen Steinkanten kurz vor erreichen der Spitze stoppen und nicht komplett durchziehen. Auf der flachen Seite kann dann die Bewegung bis zur Spitze vorsichtig und konzentriert auslaufen lasen - Übung macht den Meister.

* Besonders lange Schneiden in mehreren Etappen einteilen.

* Das Halten einer stabilen (geraden) Messerposition am Stein, fällt mit aufgelegtem Daumen auf der Klingenrückseite deutlich leichter.

* Nach einiger Nutzungsdauer sind die Steine schmutzig, setzten sich mit Schleifstaub zu und bieten kaum noch Abtrag. Ist das auf allen Seiten der Fall steht die Reinigung an. Mit der groben Seite eines Küchenschwamms lassen sich die Stäbe gut Säubern. Auch ein Radiergummi bringt kurzfristig gute Ergebnisse. Spyderco selbst beschreibt seine Steine sogar als Spülmaschinenfest.

Den Sharpmaker und viele weitere Produkte rund ums Messer gibt es bei Outdoor Treasure.

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