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Tipps zum Reisen nur mit Handgepäck

Im Flugzeug mit Handgepäck
Die Zeiten extrem billiger Flugreisen für spontane Städtereisen und Wochenendtrips in ferne Länder sind wohl vorbei, dennoch bleibt in vielen Fällen das Flugzeug immer noch das Verkehrsmittel der Wahl. Gerade auf kurzen (Dienst-)Reisen, ist aufgegebenes Gepäck aber ein nerviger Zeitkiller. Und gar nicht mal so selten kommt das eigene Gepäck auch zu spät oder überhaupt nicht mehr an. Manche Billig-Fluglinien sind sogar dazu übergegangen für aufgegebenes Gepäck Extra-Gebühren zu verlangen. Die Beschränkung auf ausschließlich Handgepäck kann hier als Zeit, Geld und Nerven sparen, es gilt allerdings einige Vorgaben zu beachten, die vor allem aus den strengen Gepäck- und Sicherheitsvorschriften der Airlines und Flughäfen resultieren.
Wir haben deshalb einige Tipps für das Reisen ausschließlich mit Handgepäck zusammengestellt

Tipp 1: Tasche, Rucksack oder Koffer 

Platz und Gewicht maximal ausnutzen

Die erste Hürde beim Fliegen nur mit Handgepäck liegt darin ein Gepäckstück zu finden das die maximal erlaubten Handgepäckmaße von 20 × 40 × 50 cm (viele deutsche Fluglinien)  bzw. 25 × 45 × 56 cm (IATA-Empfehlung) möglichst optimal ausnutzt und dabei noch ein gutes Verhältnis aus Volumen und Gewicht aufweist. Gewichtsgrenzen liegen hier je nach Airline üblicherweise zwischen 6 - 8 Kg (z.B. Germanwings, Lufthansa, Airberlin). Teilweise gehen sogar 12 Kg (KLM, Air France) noch als Handgepäck durch oder es gibt überhaupt kein Gewichtsgrenze (Delta, Easyjet, American Airlines)
Ob Koffer, Tasche oder Rucksack ist eigentlich egal, solange die Maximalmaße nicht überschritten werden. Einige Dinge sollte man jedoch berücksichtigen:

Kein Rollgepäck

Rollkoffer sind praktisch, verschenken durch innen liegende Rahmengestelle aber viel Platz und Gewicht. Zudem werden Rollen und Griffe bei den maximal zulässigen Handgepäckabmessungen generell mitgerechnet. Hier sind ein Rucksack oder Reisetasche deutlich Praktischer und lassen sich bei Gewichten unter 10 Kg immer noch bequem transportieren.

Weiche Schale

Hartschalenkoffer sind tendenziell eher ungeeignet für Handgepäckreisende und erschweren die optimale Platzausnutzung mit toten Winkeln. Meist sind sie auch schwerer als Taschen aus weichen Materialien, die hier mehr Flexibilität und Möglichkeiten den Inhalt effizient zu verteilen bieten. Außerdem ist die äußere Wirkung meist weniger "wuchtig" und lässt das Flughafenpersonal vielleicht eher ein Auge zudrücken.
Wird die Abmessung des Handgepäckstücks manchmal in einem genormten Rahmengestell geprüft, bleiben häufig immer noch Möglichkeiten ein bisschen zu Stopfen und den Inhalt "passend" zu verschieben.

Quadratisch, praktisch, gut

Vor allem bei Rucksäcken blähen aufgesetzte Seitentaschen und eine Vielzahl von Riemen und Schnallen schnell das Volumen auf. Hier haben schlanke, zurückhaltende Modelle meist ihre Vorzüge. Die Optik ist ebenfalls Nebensache. Da nur die Maße zählen, nutzen Taschen mit kantiger Kontur am besten den erlaubten Rahmen aus. Stabile Materialien und ein funktionelles Design müssen natürlich trotzdem nicht zu kurz kommen.

Tatonka Flightbarrel
Tatonka Flighbarrel - nicht die leichteste Tasche, aber extrem robust

Praktisch sind auch Taschen mit einer Möglichkeit das Volumen optional zu erweitern. So bleibt nach dem Check-in mehr Spielraum um z.B. noch Jacke oder Mantel mit unter zu bringen.

Falttaschen

An dieser Stelle auch nochmal der Verweis auf Falttaschen und faltbare Rucksäcke die mit einem exzellentem Platz- und Gewichtsverhältnis punkten können. Diese eignen sich auch prima zur Gepäckerweiterung, wenn es mit dem Handgepäck auf dem Rückflug doch einmal eng wird und Gepäck aufgegeben werden muss.

Tipp 2: Weniger ist mehr

Erfahrene Gewichtssparer wissen bereits mit kleinen Tricks und optimiertem Gepäck Platz und Gewicht einzusparen. Auf weniger langen Reisen - vor allem mit den Annehmlichkeiten eines Hotels o.ä. - , sollte es eigentlich leicht fallen sich kurzfristig zu beschränken. Der alles bestimmende Leitsatz beim  Koffer/Tasche packen vor dem Flug sollte also stets lauten: "Was brauche ich wirklich?".
Danach kann man sich an die Optimierung machen. Hier einige mehr oder weniger lose Anregungen:

Packliste 

Eine ordentliche Packliste oder Reisecheckliste hilft den Überblick im Handgepäck zu wahren und Gewichtssünden aufzuspüren. Hilfreich ist in jedem Fall auch eine Kofferwaage zur Gewichtskontrolle daheim.

Technik

SmartphoneBraucht es zwingend, Notebook, große Kamera und ein Haufen Reiseliteratur? Das Smartphone macht es uns leicht, eine Vielzahl von Funktionen platzsparend in einem  Gerät zusammenfassen: Internet, Fotografieren, Mails...alles kein Problem und selbst Reiseführer sind in Städten online oft aktueller als ihre Pendants auf Papier. GPS-Navigation ist inzwischen sowieso absoluter Standard
Auch der Check-in, Ticketverwaltung oder manchmal sogar das Bezahlen sind recht problemfrei mit dem Smartphone möglich.
Wer viel liest und das nicht gerne auf dem Smartphone tut, spart auch mit einem kleinen E-Reader viel schweres Papier ein.

Egal welche digitalen Begleiter letztendlich dabei sind, sie brauchen alle Strom. Mit praktischen Universalnetzteilen und entsprechenden Adaptern kann man hier viel Gewicht und Kabelwust sparen. Ein kompaktes USB Netzteil und ein Universallader wie der PIXO C-USB, laden so ziemlich alle Gadgets vom Smartphone bis zum Kamera-Akku wieder auf.

Pixo C-USB
Leistungsstarker USB Netzadapter (2A), mini Kabeltrommel und PIXO Lader für AA und Li-Ion Akkus

Beautybox

Körperpflegeprodukte unterliegen im Handgepäck normalerweise Einschränkungen und die mitführbaren Mengen sind ohnehin begrenzt. Hier kann man also gar nicht viel falsch machen. Wer auf Beauty-Brimborium aber nicht verzichten kann, wird in den Dutyfree Shops hinter/vor den Sicherheitsschleusen schnell fündig und kann seinen Vorrat aufstocken.

Mikrofaserhandtuch
Handtuch: Baumwolle vs. Mikrofaser
Je nach Reiseziel lässt sich vieles auch noch ohne großen Zeitaufwand vor Ort besorgen, das gilt für oben bereits angesprochene Pflegeprodukte genauso wie ein paar 0815 Socken, ein Satz Batterien etc. pp.

Zu den größten Platzverschwendern im Handgepäck gehören meist dicke (Baumwoll-)Handtücher. Es empfiehlt sich in jedem Fall diese durch kleine und leichte Modelle aus Mikrofaser zu ersetzen. So bereitet selbst ein großes Strandtuch keine Platzprobleme.

Während eines Hotelaufenthalts muss man sich um die meisten der aufgeführten Dinge keine Gedanken machen, es wird ohnehin gestellt.

Funktionell

Funktionsmaterialien bewähren sich übrigens auch bei der Reisebkleidung und beanspruchen vergleichsweise wenig Platz im Gepäck. Merinowäsche reduziert durch seine Geruchs hemmenden Eigenschaften auch ohne Waschgelegenheit die Mitnahme notwendige Wechselwäsche auf ein Minimum. Mit Kompressionsbeuteln lässt sich zusätzlich Platz einsparen.

Leichte Wechselbekleidung
Hose, Apfel, Jacke (v.l.n.r.) - Bekleidung ultraleicht und klein...
Ansonsten hier noch ein kleines Video mit Tipps zum möglichst effektivem Packen:


Nicht vergessen

Um ausgeruht anzukommen muss man übrigens nicht auf Ohrstöpsel, Schlafbrille oder ein (aufblasbares) Nacken-(Kissen) verzichten. Der benötigte Extraplatz ist gering und lohnt sich in jedem Fall. Wem das oben genannte Handtuch als Deckenersatz nicht reicht, kann auch auf ein dünnes Seideninlett zurück greifen.

Tipp 3: Was darf (nicht) mit ?

EDC im Flieger
Problemfälle...
(Mehr oder weniger) gefährliche Gegenstände usw. dürfen natürlich nicht mit in den Flieger und schon gar nicht mit ins Handgepäck. Probleme machen regelmäßig z.B Messer, Scheren, große Kugelschreiber, Druckbehälter...sogar Tortenheber und wuchtige Gürtelschnallen haben wir schon in den großen Plexiglasbehältern vor dem Sicherheitscheck gesichtet. Der Toleranzbereich ist oft fließend, allgemeine Regeln sind bei den einzelnen  Fluggesellschaften aufgeführt oder den Bestimmungen der Flughäfen zu entnehmen. Außerdem gilt es die Einreisebestimmungen und Gesetze der Zielländer zu beachten. Hier nochmal ein paar allgemeine Tipps und Empfehlungen:

Beautybox Part 2

Die Mitnahme von Flüssigkeiten im Flugzeug ist auf eine Minimum in maximal 100 ml fassenden Gefäßen begrenzt. Das betrifft vor allem die Mitnahme von Kosmetikprodukten. Zudem muss das Ganze in einem maximal 1 Liter großen, durchsichtigen und verschließbaren Kunststoffbeutel Platz finden. Im Handel gibt es inzwischen dutzende Sets mit geeigneten Behältnissen zum Umfüllen der Lieblingsprodukte. Genauso tut es aber auch der gute alte Ziploc Beutel aus der Küche und ein paar gesammelte Pröbchen oder recycelte Produktverpackungen. Mit Einwegrasierern gab es bisher nach unserer Erfahrung auch keine Probleme. Luxus sind die wiederbefüllbaren Gotoob Silikontuben.

Flugzeug Kulturbeutel
Handgepäck-tauglicher Kulturbeutel

Essen & Trinken

Auf kurzen Flügen sollte das eigentlich kein Problem sein, aber auch Essen und vor allem Getränke können nicht unbegrenzt mit in die Flugzeug Kabine. (Volle) Trinkflaschen werden im Handgepäck meist gnadenlos aussortiert, auch wenn der Inhalt bereits auf unter 100 ml geleert ist. Es zählt allein die Flaschengröße. Also entweder eine 100 ml Flasche mit Lieblingsgetränk mitnehmen oder z.B. eine kompakte Faltflasche erst nach dem Sicherheits-Check am Wasserhahn auffüllen.

Aber mal im Ernst, während 2-3 Stunden Flug ist noch keiner verhungert und verdurstet...alkoholfreie Getränke und ein Snack sind normalerweise immer noch im Flugpreis inklusive. Ansonsten kann man sich immer noch in den Shops hinter den Sicherheitsschleusen eindecken.

Der Kleinkram

Kleine Multitools sind im Alltag äußerst praktisch,im Handgepäck sollten sich allerdings nur Modelle ohne Klingen finden, wie beispielsweise das Leatherman Style PS oder auch eine Swisscard. Bei letzterer am besten den Brieföffner noch durch einen praktischen USB-Stick ersetzen.

Swisscard USB
DIY SwissCard USB mit Super Talent Pico Stick
Benzinfeuerzeuge sind tabu, ein Einwegfeuerzeug wie ein kleines Bic ist in der Regel (außer USA) aber kein Problem.

Akkus und Batterien gehören sowieso fast immer (Kurzschluss-sicher verpackt) ins Handgepäck. Erst bei Akkus ab 100 Wh gelten eventuell spezielle Sonderbestimmungen. Das dürfte aber nur die wenigsten Flugreisenden betreffen.

Medikamente, Spritzen oder Hilfsmittel wie Gehstöcke/Krücken im Zweifel vorher anmelden.
Trekkingstöcke gehen in der Regel nicht durch den Sicherheits-Check. Auch bei großen Stativen kann es schon mal Probleme geben.

Ordnung muss sein

Um Schwierigkeiten zu vermeiden und den gesamten Vorgang zu beschleunigen hat sich Ordnung im Handgepäck bewährt. Sollten beim durchleuchten des Gepäcks Fragen des Flughafepersonals auftauchen, kann man den Inhalt schnell vorzeigen und eventuelle Missverständnisse schnell aufklären.

Outsourcing

Je nach Wichtigkeit und Reisedauer kann es sich auch lohnen ein Paket / Brief mit Kleinigkeiten wie einem Taschenmesser voraus zu schicken. Hier sollte man vorher nur Rücksprache mit dem Hotel oder anderweitigen Unterkunft halten, damit die Sachen auch an der richtigen Stelle ankommen
Zur Erweiterung des Gepäckvolumens kann sich manchmal sogar auch ein Paket lohnen. Zumindest bei innerdeutschen Flügen oder Reisen in Europa ist der Versand (z.B. DHL Paket international ab 15€) manchmal günstiger als der Aufpreis für aufgegebenes Gepäck bei mancher Billig-Airline.

Bonus Tipps: Der Platz reicht nicht! - Jetzt wird's dreist!

Der Platz im Handgepäck will einfach trotzdem nicht reichen oder vor dem Rückflug einfach zu viele Souveniers eingekauft? dann gibt es hier noch ein paar dreiste extra Handgepäck Tipps mit denen man sich aber am Flughafen nicht unbedingt Freunde bei Personal und Mitreisenden macht...
  • Alles anziehen was geht! wenn es sein muss auch mehrere Lagen übereinander. Später im Flugzeug kann man sich immer noch ausziehen. Besonders schwere Sachen wie Mantel oder Jacke sollten nicht mit in die Tasche. Ist es zu warm, kann man die Sachen auch lässig über den Schulter oder den Arm tragen.
  • Anbinden! Manche tragen auch eine Handtuch locker um den Hals oder binden sich gar andere Sachen an den Körper.
  • Die Taschen voll machen! Mit der richtigen Reisebekleidung kann das Handgepäckvolumen deutlich erweitert werden: Cargo Hose, Parka oder gar die Angelweste bieten Platz für jede Menge Reisegepäck.
Allerdings gilt dann: Wartezeit und Nerven bei der Sicherheitskontrolle einplanen. Auch die Sitznachbarn werden ihre "helle Freude" haben. So lange man keine verbotenen Gegenstände dabei hat, steht dem Flug letztendlich jedoch nichts entgegen.

Manchmal darf ein Notebook samt Tasche als kostenloses, zusätzliches Gepäckstück mit in den Flieger. In die Notebooktasche kann man dann auch anderes Technikzubehör ohne Probleme mit unterbringen.

Link Tipps

Gepäck Guides verschiedener Airlines

Übrigens

Rückt man auf längeren Reisen nahe an die Freigepäck-Grenze lohnt sich übrigens ebenfalls der genaue Blick aufs Handgepäck. Hier lässt sich mit einer effektiven Strategie eventuell ebenfalls noch einiges rausholen und teure Nachzahlungen für Übergepäck vermeiden.

1 Kommentare:

  1. Wow, da hat sich aber jemand wirklich Mühe gegeben und richtig Arbeit investiert! Das Ergebnis ist ein sehr nützlicher und informativer Artikel, der selbst mir als Vielfliegerin noch einiges mitgibt. Und jetzt muss ich mal weibliche Verpeiltheit gestehen: Von einer SwissCard habe ich tatsächlich noch nie gehört gehabt, dabei sieht sie äußerst praktisch aus! Habe mir dazu auch deinen anderen Artikel (http://www.ausgeruestet.com/2009/06/swisscard-lite-von-victorinox.html) gerade durchgelesen und direkt mal bestellt. Das sollte auf Reisen wirklich nicht fehlen!

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