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Outdoor-Buchtipp

Yukon River Saga
„Yukon-River-Saga“ von Andreas Kieling ist ein Abenteuerbuch, das leider sprachlich und inhaltlich hinter den Erwartungen zurück bleibt. Trotzdem ist es lesenswert.

Der Yukon – einer der längsten Flüsse der Welt. Der Tierfilmer, Förster und Autor Andreas Kieling paddelt den legendären Fluss der Länge nach mit einem Kanu. Anfangs zu dritt, später allein. Das klingt nach Abenteuer und das ist es wohl auch. Anschaulich beschreibt Kieling, wie er Stromschnellen meistert, auf Bärenjagd geht und sich im Angeln versucht. Er überquert den zugefrorenen Lake Laberge, schürft Gold und trifft die Nachfahren der Indianer.
Das Trio – bestehend aus Kieling, seiner Freundin Birgit und einem Freund - startet im Frühjahr kurz unterhalb der Quelle. Anfangs müssen Kieling und seine Mitstreiter gegen Schnee und Eisschollen kämpfen, später gegen Moskitos, Müdigkeit und Gruppenkoller. Kurz vor der Mündung wird Kieling vom Winter eingeholt und die letzten Tage auf dem Fluss gestalten sich als Wettlauf gegen die Jahreszeit.
Andreas Kieling beschreibt lehrreich einzelne Vorgänge in der Natur, geht auf die Geschichte ein und erklärt die Kultur entlang des Yukons - angefangen bei der Fischerei über den weit verbreiteten Alkoholismus bis hin zur Jagd und Lebensweise am Fluss.

3200 Kilometer im Kanu

Soweit, so gut. Ein Abenteuer war die 3200 Kilometer lange Fahrt über den Yukon allemal. Kieling bleibt einen ganzen Sommer auf dem Fluss. Er paddelt zu dritt, er paddelt zu zweit, er paddelt schlussendlich allein. Das ist fraglos eine große Leistung. Doch leider ist das Buch immer wieder von Selbstbeweihräucherung geprägt. Manchmal wirkt Kieling in seinen Ausführungen geradezu egoistisch, arrogant und überheblich. Das mag nicht auf jeden Leser so wirken, trotzdem ist die Tendenz da. Wer sich bei Online-Buchhändlern die Bewertungen der Leser ansieht, wird in dieser Hinsicht noch bestätigt. Dort ist von erheblichen Fehlern in der Beschreibung des Routenverlaufs, der Landschaft und der Stromschnellen die Rede. Kieling habe sich die Wirklichkeit zurecht gebogen, heißt es zum Beispiel. 
Sprachlich bleibt das Buch hinter den Erwartungen zurück. Wer ein Buch über Kanada und den Yukon liest, erwartet einfach mehr – mehr Details der Natur, mehr Eindrücke, mehr Landschaftsbeschreibungen und mehr vom psychischen Erleben des Abenteuers. Wie auch in Kielings Buch Ein deutscher Wandersommer klingen die Dialoge allzu hölzern und oft an den Haaren herbei gezogen.

Wer von Abenteuern in Kanada und Alaska träumt, sollte dieses Buch lesen – trotz mancher Mängel. Die „Yukon-River-Saga“ von Kieling ist allemal ein guter Ratgeber für alle, die diese Tour oder eine ähnliche in einer sehr heterogenen Klein-Gruppe planen.

Informationen zum Buch

Autor: Andreas Kieling, Irina Bischoff
Titel: Yukon-River-Saga
Erschienen: August 2013, Malik Verlag / NG Taschenbuch
Seiten: 288
ISBN: 3492405193
Preis: 14,99 Euro (Taschenbuch)

Der Autor dieser RezensionSimon Wiggen ist gebürtiger Geograph und gelernter Journalist aus Bochum. In seiner Freizeit ist er mit Rad oder Wanderschuhen am liebsten an der frischen Luft. Für ausgeruestet.com schreibt er ab sofort in unregelmäßigen Abständen Rezensionen über Outdoor-Bücher.


1 Kommentare:

  1. ... ich höre ihn schon flüstern und ins Micro hauchen, weil alles so spannend-gefährlich ist. Ist es auch.
    Ein richtig gutes Abenteuerbuch zum Yukon ist aber: Alleingang im Kajak - 3000 km auf dem Yukon. Von Dieter Kreuzkamp. Der Rest ist kalter Kaffee.

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