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(keine) Endstation Flughafen

Wer an eine Backpacking-Tour denkt, dem kommen Begriffe wie Abenteuer, Natur, Wandern und Freiheit in den Sinn. Doch was passiert, wenn das Abenteuer schon am Startflughafen beginnt? Laut der European Organisation for the Safety of Air Navigation (EUROCONTROL) betrug die durchschnittliche Verspätungsdauer von Fliegern in Europa im Jahre 2010 etwa 33 Minuten. Wenn ein Flug dann sogar gänzlich gestrichen wird, ist die Vorfreude auf eine aufregende und ereignisreiche Backpacking-Tour schnell getrübt. Doch gerade an europäischen Flughäfen bzw. bei der Buchung eines Fluges mit einer europäischen Fluggesellschaft sind Reisende nicht rechtlos gestellt.
261/2004/EG - was hat dies mit Fluggastrechten zu tun?

Nichtbeförderung, Annullierung, Verspätung. Sollte eines dieser Probleme am Startflughafen aufgetaucht sein, haben Backpacker vor allem in der Verordnung 261/2004/EG der Europäischen Union eine starke Rechtsgrundlage. Eine Verordnung der EU wirkt wie ein Gesetz direkt in allen Mitgliedsstaaten, so dass sich Fluggäste unmittelbar vor einem nationalen Gericht auf sie berufen können. Sie gilt für alle Flüge, die an einem europäischen Flughafen starten. Außerdem ist sie anwendbar, wenn beispielsweise der Rückflug der Backpacking-Tour von einem Flughafen in einem Drittstaat ausgeht und eine europäische Fluggesellschaft gebucht wurde. Je nach Beanstandungsgrund, hat die Fluggesellschaft dann einen Ausgleich für die verspätete oder nicht erfolgte Flugreise zu schaffen. Ist ein Flug beispielsweise überbucht, so muss die Airline den Ticketpreis erstatten. Des Weiteren ist eine Ausgleichszahlung zu leisten. Diese beträgt etwa bei Flugstrecken von mehr als 3500 km 600 EUR. Bei Verspätungen stehen den Fluggästen laut der Verordnung - je nach Dauer und Flugstrecke - sogenannte Unterstützungsleistungen zu. Dies bedeutet, dass die Airline beispielsweise für Verpflegung und Telekommunikationsmöglichkeiten sorgen muss. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahre 2009 bekommen Fluggäste, die mehr als drei Stunden auf ihren Flieger warten müssen, entgegen dem Wortlaut der Verordnung aber auch eine Entschädigung in Geld. Entschädigungszahlungen aufgrund von Verspätungen liegen im Rahmen von 250 bis 600 EUR. Alle Ansprüche sind jedoch ausgeschlossen, wenn höhere Gewalt vorliegt. Dies ist zum Beispiel bei einem Streik des Personals oder bei Unwetter der Fall.

Auch das deutsche Recht hält natürlich Normen bereit, die unter Umständen zu einem Rücktritt vom Vertrag (§§ 631 I, 634 Nr. 3, 636, 323, 326 V BGB), zur Minderung (631 I, 634 Nr. 3, 638 BGB) oder zu Schadensersatzansprüchen (§§ 631 I, 634 Nr. 4, 280 ff. BGB) berechtigen können. Bei letzteren muss die Fluggesellschaft jedoch ein Verschulden treffen. Sollte die Backpacking-Tour über einen Reiseveranstalter gebucht worden sein, so können sich gegen diesen zudem Rechte aus den §§ 651a ff. BGB ergeben. Dies gilt aber nur dann, wenn der Flug Teil einer Pauschalreise war, was bei einer Backpacking-Tour oftmals nicht der Fall sein wird. Zudem muss hier immer geprüft werden, ob die Flugverspätung die Reise im Ganzen erheblich beeinträchtigt hat, so dass eine Erholung gar nicht mehr möglich war.

Hilfe aus dem World Wide Web

Ohne juristisches Hintergrundwissen ist es trotz der eben genannten Anspruchsgrundlagen schwierig, seine Rechte auch wirklich durchzusetzen. Gerade im Reiserecht ist es oftmals unerlässlich, die Standpunkte der Rechtsprechung zu den einzelnen Problemstellungen zu kennen.  Die Rechtsexperten von Flightright für Fluggastrechte helfen daher betroffenen Fluggästen, ihre Ansprüche aus der Fluggastrechteverordnung geltend zu machen. Ist dieses Vorgehen erfolgreich, muss ein Honorar an den Dienstleister gezahlt werden.

Auch wenn die Backpacking-Tour am Flughafen ein wenig holprig anfängt, können Reisende ihren Abenteuerurlaub trotzdem noch in vollen Zügen genießen. Denn die europäischen und deutschen Fluggastrechte gewähren in vielen Fällen entsprechende Entschädigungszahlungen, die unschöne Erlebnisse am Flughafen ausgleichen.

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