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Weniger ist mehr

Tissot Automatikuhr Le LocleEine (Armband-)Uhr ist wohl unbestritten der funktionellste Ausrüstungsgegenstand um den aktuellen Zeitpunkt anzuzeigen oder eine bestimmte Zeitspanne zu messen. Doch gerade diese Kernkompetenz rückt zunehmend in den Hintergrund und das nicht nur erst seit dem aktuellen Boom der Smartwatches.

Ehrlich gesagt, will ich in vielen Situationen die digitale Unterstützung am Handgelenk auch gar nicht wirklich missen, aber manchmal ist weniger eben doch etwas mehr.

Zeitlos Zeit zeigen

Als Ausrüstungsliebhaber wirkt der Reiz einer mechanischen Automatikuhr durchaus anziehend. Handwerkskunst, Autonomie und die auf kleinstem Raum komprimierte Technik sind einfach Faszination pur.

Nehmen wir uns also die Zeit und betrachten einen Zeitmesser, der zwar durchaus mit beeindruckender Technik begeistert, aber trotzdem auf digitalen Schnickschnack komplett verzichtet.

Bei Auswahl und Recherche wurde ich unterstützt von der Firma Brogle aus Esslingen, die mir für diesen Bericht freundlicherweise ein ausgewähltes Uhrenmodell zur Verfügung gestellt hat.

Über Brogle

Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen mit Ladengeschäft und eigener Werkstatt in Esslingen verfügt über 70 Jahre Erfahrung in der Schmuck- und Uhrenbranche.
Online Shop Brogle
Screenshot: Brogle Online Shop
Seit 2012 wird neben dem lokalen Juweliergeschäft auch ein aufwendig und liebevoll gestalteter Online Shop betrieben. Das Unternehmen ist Konzessionär verschiedener renommierter Uhrenhersteller, wie z. B. Breitling, Chopard, Omega und vielen weiteren bekanten Marken. Ein Konzessionär fungiert als autorisierter Händler und offizieller Partner eines Herstellers. Diese Tatsache ermöglicht Kunden Sicherheit und Herkunftsgarantie beim Kauf sowie darüber hinaus. Als offizieller Handelspartner und Konzessionär unterstützt die Firma Brogle nicht nur bei Beratung und Bestellung, sondern steht auch in einem Servicefall als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung und gewährleistet dabei die unkomplizierte Inanspruchnahme der vollen Herstellergarantie.

An dieser Stelle sei auf Angebote von so genannten Graumarkt-Händlern hingewiesen, die dieses Gesamtpaket an Service Leistungen natürlich nicht bieten können. Schnell ist dann die manchmal vordergründige Ersparnis dahin, wenn der Hersteller Garantieleistungen für Graumarkt-Einkäufe verweigert oder sich die neue Uhr gar als Fälschung heraus stellt.
Der Einkauf im Fachhandel ist deshalb so gut wie immer angeraten.

Tissot - Le Locle Automatic

Le Locle ist die Heimatstadt des Uhrenherstellers Tissot und gilt gemeinhin als Wiege der schweizerischen Uhrmacherei. Gleichzeitig dient sie als Namensgeber einer zeitlos eleganten Automatikuhren-Serie, die anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums im Jahre 2003 auf den Markt gebracht wurde.

Tissot Le Lcole Automatic
Tissot Le Locle Automatic

Eckdaten

Hersteller: Tissot
Kollektion: T-Classic
Modell: Le Locle Automatic Gent
Gewicht: 68 g
Maße:  39,3 mm / 9,75 mm
Gangreserve: 42 Stunden
Funktionen: Minuten, Sekunden-, Stundenanzeiger, Datum
Glas:: Saphirglas
Gehäuse: Edelstahl
Armband: Kalbsleder (mit Faltschließe Edelstahl)
Wasserdichtigkeit: 3 Bar (30m)
Preis: EUR 375

Schweizer Uhren begleiten mich schon seit Kindertagen, damals jedoch noch mit Kunststoffgehäuse und Quarzwerk. Trotz des eher unauffälligen Auftretens hat Le Locle da schon ein wenig mehr zu bieten:

Zeitloser Klassiker

Ein modernes Edelstahlgehäuse mit matten Seitenwänden und polierter Lünette beherbergt  ein selbst aufziehendes Automatikwerk. Kratzfestes Saphirglas schützt dabei von oben das mattschwarz, guillochierte Zifferblatt mit silbernen Indizes. Der weiße Zentralsekundenzeiger läuft präzise an der rundum laufenden Sekundenskalierung entlang, während schlanke Minuten- und Stundenzeiger an aufgesetzten, römischen Ziffern vorbei, beziehungsweise darüber hinweg gleiten.
Auf phosphoreszierende (nachleuchtende) Elemente wurde bei Le Locle verzichtet, durch den Hell/Dunkel-Kontrast von silber auf schwarz ist die Uhrzeit aber auch bei schwachen Lichtverhältnissen noch weitgehend gut ablesbar. Römische Ziffern beanspruchen für meinen Geschmack immer viel Raum auf dem Blatt, passen aber sonst sehr gut zum eher klassischen, etwas zurückhaltenden Gesamterscheinungsbild der Uhr. Das wird im Zifferblatt-Design allenfalls durch den großen „TISSOT 1853“ Schriftzug und die - sich auf weißem Grund optisch (vielleicht zu) deutlich absetzende - Datumsanzeige an Position III durchbrochen. Dazu gesellt sich lediglich noch ein eleganter „Le Locle“-Kollektionsschriftzug und ein kleines „Swiss Made“ in der Nähe der Position VI. Im Übrigen tragen die kompakten Gehäusemaße dazu bei, dass die Uhr selbst an schlanken Handgelenken nicht sonderlich aufdringlich wirkt.

Tissot Le Locle Zifferblatt
Schlicht, zeitlos ....schön.

Die hat es in sich

Der eigentliche Hingucker von Le Locle offenbart sich jedoch im Regelfall nur Ihrem Träger. Das ist fast schon ein bisschen schade, denn ein aufwendig gestalteter Sichtboden gewährt auf der Rückseite den Blick ins faszinierende Innenleben der Uhr. Viele feine Gravuren zieren den durch zwei halbkreisförmige Glasfenster durchbrochenen Edelstahldeckel. Dahinter lassen sich deutlich verschiedene Teile des Uhrwerks und der, für Automatikuhren typische, halbrunde Rotor erkennen.

 Le Locle - Details

Grundlegende Funktion von Automatikuhrwerken

Nahezu alle Automatikuhrwerke basieren auf dem Prinzip eines kugelgelagerten Rotors der durch (Arm-)Bewegungen in Drehung/Schwingung versetzt wird und so die kinetische Energie des Trägers auf eine Zugfeder überträgt. Durch das Bestreben der Feder in den ursprünglichen Zustand zurück zu kehren, setzt diese ein Räderwerk in Bewegung und liefert so die Antriebsenergie für das eigentliche Uhrwerk.

Automatikuhrwerk
Feine Gravuren zieren die Rückseite - deutlich zu erkennen, der für Automatikuhren typische Rotor

Inbetriebnahme von Automatikuhren

Vor der ersten Inbetriebnahme einer Automatikuhr wie der Tissot Le Locle sollte diese zunächst zu etwa 2/3 über die Krone aufgezogen werden. Gegen Beschädigungen durch versehentliches Überdrehen schützt in der Regel eine Rutschkupplung. Dennoch empfiehlt es sich nicht die Uhr über einen spürbaren Widerstand hinaus aufzuziehen.
Verfügt die Uhr über eine Datumsanzeige, sollte die Einstellung zudem nicht bei einer Zeigerposition zwischen 9 und 3 Uhr (Nachts) vorgenommen werden. Auch das Zurückstellen der Zeiger gegen den Uhrzeigersinn über die 12 ist zu vermeiden, um das Uhrwerk nicht zu beschädigen.

Uhrzeit und Datum werden an der Le Locle ebenfalls über die fein gerändelte Krone am rechten Gehäuserand eingestellt. In der ersten Auszugsposition der Krone erfolgt die Einstellung des Datums, in der zweiten Position die Uhrzeit.

Tragen und Lagern von Automatikuhren

Wird eine Automatikuhr regelmäßig getragen, zieht die Uhr sich durch die Umsetzung der Bewegungsenergie des Trägers quasi selbständig auf (genau genommen zieht der Rotor die Feder auf s.o.) und läuft immer weiter und weiter...

Für Tragepausen verfügen mechanische Uhren über eine so genannte Gangreserve. Ausgehend vom vollständigen Auszug meint dies die Zeitspanne in der ein Uhrwerk bis zum Stillstand selbständig weiter läuft. So kann die Uhr zum Beispiel über Nacht problemlos abgelegt werden und zeigt auch am nächsten Tag noch die korrekte Uhrzeit.
Je nach Uhrenmodell sind sogar Tragepausen von mehreren Tagen möglich, ohne dass die Uhr stehen bleibt.
Bei der Tissot Le Locle beträgt die eingebaute Gangreserve rund 42 Stunden.

In der Regel genügt schon das normale Tragen über den Tag, um die Gangreserve einer Automatikuhr wieder ausreichend aufzubauen. Übertrieben heftige Bewegungen sind weder nötig noch zuträglich. Im Gegenteil, zu starke Erschütterungen können der Mechanik sogar schaden, weshalb es sich auch nicht unbedingt empfiehlt eine Automatikuhr beim Sport zu tragen.

Wird eine Automatikuhr über längere Zeit nicht getragen oder dauerhaft eingelagert, kann ein Uhrenbeweger den Rotor in Schwung und die Uhr so über lange Zeit betriebsbereit halten.

Die optimale Lagerung kommt dabei grundsätzlich auch der Langlebigkeit und Ganggenauigkeit der Uhr zugute.

Pflege und Wartung des Uhrwerks

Uhrmacher
Das Uhrmacherhandwerk erfordert Präzision - Bild: © Brogle
Zeigen sich ungewöhnlich hohe Gangabweichungen oder treten eventuell andere Defekte an der Uhr auf, sollte eine Automatikuhr keinesfalls von Laien geöffnet werden; zu groß ist die Gefahr einer weiteren Beschädigung der komplexen Technik. Besser ist es gleich einen ausgewiesenen Fachbetrieb aufzusuchen. Auch in dieser Angelegenheit bietet Brogle seinen Kunden mit einer eigenen, modernen Werkstatt und erfahrenen Uhrmachern zuverlässige mechanische Kompetenz. Bei einer Revision wird die Uhr durch einen Fachmann, geprüft, zerlegt, gereinigt und geölt. In der Regel ist eine derartige Prozedur bei ordentlicher Nutzung aber nur alle 5-10 Jahre notwendig.

Geschmackssache

Über Uhrenarmbänder lässt sich vortrefflich streiten. Neben einzelnen Vor- und Nachteilen sind Material, Farbe und andere Eigenschaften oft einfach nur Geschmackssacke.
Da Armbänder in der Regel aber relativ leicht austauschbar sind, hat jeder Träger ohnehin eine unkomplizierte Möglichkeit auch im Nachgang seinen persönlichen Favoriten zu wählen. Ein schlichtes Lederarmband ist aber fast immer eine gute Wahl.

Automatikuhr mit Lederarmband
Lederarmband mit Tissot Metallschließe

Fazit

Quarzuhren gehen genauer als Automatikuhren. Sie erfordern weniger Umsicht und benötigen fast keine Aufmerksamkeit oder gar Wartung. Zudem sind sie oft schon für einen Bruchteil des Preises nahezu wasserdicht gebaut und widerstehen auch widrige Behandlungen so gut wie unbeschadet. Alles gute Gründe warum Casio, Garmin oder Suunto häufig einen Platz an (meinen) Handgelenken einnehmen.

Le Locle Rückseite mit SichtbodenUnd trotzdem erreicht keine dieser Uhren den Charme einer hochwertigen Automatikuhr – weniger ist manchmal eben doch mehr...

Wer jetzt grundlegenden Gefallen an der Tissot Le Locle Modellreihe gefunden hat, mag sich vielleicht auch die zahlreichen Schwestermodelle anschauen. Die Variantenvielfalt der Tissot Uhren ist recht umfangreich und dürfte viele Geschmäcker zufrieden stellen. Ihre schlichte Eleganz hat jedenfalls das Zeug zum stilvollen Begleiter bei fast allen Gelegenheiten.

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